Pentagon-Bericht China fängt US-Jet über dem Südchinesischen Meer ab

Das Pentagon spricht von einem "unsicheren Manöver": Über den umkämpften Inseln im Südchinesischen Meer sind demnach zwei chinesische Jagdflieger einem US-Jet gefährlich nahegekommen.

Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer
REUTERS/U.S. Navy

Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer


Seit Monaten streiten China und die USA über Gebiete im Südchinesischen Meer. Nun hat es nach Angaben des amerikanischen Verteidigungsministeriums einen erneuten Zwischenfall in der Region gegeben: Zwei chinesische Flugzeuge sollen demnach einen US-Jet abgefangen haben.

Der Vorfall habe sich bereits am vergangenen Dienstag südlich von Hongkong ereignet, sagte Pentagon-Sprecher Jamie Davis. Es habe sich ersten Erkenntnissen zufolge um ein "unsicheres Manöver" gehandelt. Der amerikanische Militärflieger befand sich den Angaben zufolge in internationalem Luftraum und auf einem routinemäßigen Aufklärungsflug. Er habe den beiden chinesischen J11-Flugzeugen ausweichen müssen, um eine Kollision zu verhindern.

Das US-Verteidigungsministerium werde "die angemessenen diplomatischen und militärischen Kanäle" nutzen, um auf den Vorfall zu reagieren, sagte Davis.

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China erhebt im Südchinesischen Meer Anspruch auf Gebiete, die auch Anrainerstaaten wie die Philippinen, Brunei, Malaysia, Vietnam und Taiwan für sich reklamieren. Peking ließ bereits künstliche Inseln aufschütten sowie militärische Anlagen und Landebahnen bauen, um über diese Außenposten seine Ansprüche zu untermauern.

Washington wirft Chinas Regierung vor, mit der Aufschüttung die freie Schifffahrt in der Region zu bedrohen - durch sie verläuft ein Drittel der weltweiten Erdöltransporte. Peking wiederum wirft den USA eine Machtdemonstration im Pazifik vor. Tatsächlich entsandte das Pentagon Kriegsschiffe in das Gebiet, sie näherten sich mehrfach demonstrativ den künstlichen Inseln.

Russland unterstützt in dem Streit China: Bei einem Treffen Ende April waren sich der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein chinesischer Kollege Wang Yi einig, dass Peking ausschließlich mit den beteiligten Nachbarstaaten verhandeln solle. "Außenstehende Parteien" sollten sich dagegen heraushalten, sagte Lawrow - und spielte damit auf die USA an.

Der amerikanische Präsident Barack Obama wird vom 21. bis zum 28. Mai in Asien sein, auf dem Programm stehen unter anderem ein Treffen der G7 in Japan und sein erster Besuch in Vietnam.

aar/dpa/Reuters



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