Uiguren China verlangt Auslieferung von Guantanamo-Häftlingen

Nach zwölf Jahren Haft wurden die drei letzten uigurischen Häftlinge aus Guantanamo entlassen. Die Slowakei will ihnen Asyl gewähren. China verlangt jetzt aber die sofortige Auslieferung der Ex-Gefangenen. Die Männer seien noch immer eine Gefahr für die internationale Sicherheit.
Guantanamo-Häftlinge: China fordert die Auslieferung der Uiguren

Guantanamo-Häftlinge: China fordert die Auslieferung der Uiguren

Foto: POOL/ REUTERS

Peking - China fordert die sofortige Auslieferung der drei Uiguren, die nach ihrer Freilassung aus dem Gefangenenlager in Guantanamo in der Slowakei untergekommen waren. Die Überstellung der "Verdächtigen" in die Slowakei lehnt die chinesischen Regierung entschieden ab, wie Qin Gang, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, am Donnerstag in Peking mitteilte.

Die drei Männer stellen noch immer eine Gefahr für die internationale Sicherheit dar, so der Sprecher. "Sie bedrohen nicht nur die Sicherheit Chinas, sondern sind auch eine Gefahr für jedes Land, das sie aufnimmt", erklärte Qin weiter. "Deshalb hoffen wir, dass das betreffende Land seinen internationalen Verpflichtungen nachkommen wird und die drei Terroristen so schnell wie möglich nach China ausliefert."

Die drei Männer waren mehr als ein Jahrzehnt in dem Gefangenenlager auf Kuba festgehalten worden, wurden jedoch 2008 von allen Terrorismusvorwürfen freigesprochen. Bis 2013 hatte sich jedoch kein Land bereit erklärt, die Gefangenen aufzunehmen. Am Dienstag kündigten die USA an, dass die Slowakei den Inhaftierten Asyl gewähren werde.

Kaum ein Land wollte die Uiguren aufnehmen

Die Männer, die zwischen 26 und 39 Jahre alt sind, gehörten der Islamischen Bewegung Ost-Turkestan in ihrer uigurischen Heimat im Westen Chinas an. 2001 wurden sie an der afghanisch-pakistanischen Grenze aufgegriffen.

In Guantanamo gab es insgesamt 22 uigurische Häftlinge, die meisten wurden 2008 aus der Haft entlassen. Die USA weigern sich, unschuldige Guantanamo-Häftlinge im eigenen Land unterzubringen. Zugleich können sie viele Häftlinge nicht in ihre Heimat ausliefern, weil ihnen dort Verfolgung droht oder weil es Sicherheitsbedenken gibt. Nur zögerlich erklären sich Staaten bereit, die freigelassenen Guantanamo-Häftlinge auszunehmen: Uigurische Inhaftierte wurden bisher in El Salvador, der Schweiz, Bermuda, Albanien und auf der Pazifikinsel Palau aufgenommen.

Die drei letzten Inhaftierten hätten vor ihrer Freilassung darauf bestanden, in ein Land überstellt zu werden, das eine große uigurische Minderheit beherberge, bestätigte deren Übersetzer.

cth/AFP/Reuters