Truppentausch China lässt gepanzerte Fahrzeuge durch Hongkong rollen

Wenige Tage vor einer geplanten Großdemonstration in Hongkong sorgen chinesische Truppentransporter in der Sonderverwaltungszone für Irritationen. Peking spricht von einer Routine-Aktion.

Xinhua/ imago images

China hat nach eigenen Angaben eine "jährliche Truppenrotation" in Hongkong vorgenommen. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua zeigte Bilder von gepanzerten Fahrzeugen, die in der Dunkelheit die Grenze in die chinesische Sonderverwaltungszone überquerten. Peking bezeichnete dies als "Routine" - vor dem Hintergrund der anhaltenden Proteste in der Sonderverwaltungszone stehen chinesische Truppenbewegung derzeit unter genauer Beobachtung.

In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach die Sorge gegeben, dass Peking militärisch in den Konflikt eingreifen könnte. Laut staatlicher Medien war es seit der Rückgabe der ehemalige Kronkolonie 1997 das 22. Mal, dass die chinesischen Truppen in Hongkong rotierten.

Dass in Hongkong Einheiten der Volksbefreiungsarmee stationiert sind, ist kein Geheimnis. Nach dem Abschied der Briten 1997 zog Chinas Militär ganz offiziell mit einer eigenen Garnison in die Stadt ein. Deren Stärke wird aktuell auf 5000 bis 7000 Soldaten geschätzt.

Polizei verbietet geplanten Massenprotest

Hongkongs Polizei hat derweil einen für Samstag geplanten Massenprotest verboten. Ein entsprechender Antrag der Organisatoren des Protestbündnisses Civil Human Rights Front wurde abgelehnt, wie die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichtete. Die Gruppe, die in den vergangenen Wochen mehrfach über eine Million Menschen auf die Straße gebracht hatte, wollte am Samstag ursprünglich eine Kundgebung und einen Marsch zum Verbindungsbüro der chinesischen Regierung abhalten.

Demonstrationsverbote hatte es während der seit mehr als zweieinhalb Monaten andauernden Proteste immer wieder gegeben. Jedoch gingen viele Protestler dennoch auf die Straße. Laut Hongkonger Medienberichten ist es das erste Mal, dass ein Marsch und eine Versammlung gemeinsam untersagt wurden. Die Polizei begründete ihre Entscheidung demnach damit, dass neue Ausschreitungen befürchtet wurden.

Seit dem 9. Juni kommt es in der Finanzmetropole immer wieder zu Demonstrationen, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Protestler und der Polizei endeten. Bei der Protestbewegung geht es um Angst vor einem steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong. Auch fordern die Demonstranten eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt bei den Protesten. Am Mittwoch waren Tausende Demonstranten auf die Straße gegangen, die der Polizei auch sexuelle Übergriffe auf Protestler vorwarfen.

mho/dpa



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