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Flugzeugträger: Chinas Aufrüstung

Foto: John Lee/ dpa

Kriegsschiff-Einweihung Erster Flugzeugträger verstärkt Chinas Marine

An der Einweihung nahm sogar Präsident Hu teil: Die chinesischen Seestreitkräfte haben ihren ersten Flugzeugträger übernommen. Die Nachbarstaaten verfolgen Pekings Aufrüstung argwöhnisch - vor allem vor dem Hintergrund der jüngsten Inselstreitigkeiten mit Japan und Taiwan.

Peking - Es ist ein langer Prozess, doch an diesem Dienstag hat das chinesische Militär eine wichtige Etappe abgeschlossen: Die Marine hat ihren ersten Flugzeugträger erhalten. Wie das Verteidigungsministerium in Peking auf seiner Website mitteilte, gehört die "Liaoning" ab sofort zu den Seestreitkräften des Landes. Ob das Kriegsschiff damit auch den aktiven Dienst aufnimmt, ist bisher nicht bekannt.

Bei einer Zeremonie am Marinestützpunkt Dalian im Nordosten Chinas pries die kommunistische Parteiführung des Landes laut staatlichen Medien das gewaltige Kriegsschiff als "wichtige strategische Entscheidung". An der Zeremonie nahmen auch der chinesische Präsident Hu Jintao und Premierminister Wen Jiabao teil. Der Flugzeugträger werde China helfen, "seine nationale Staatshoheit, Sicherheit und Entwicklungsinteressen effektiv abzusichern", erklärte das chinesische Verteidigungsministerium auf seiner Internetseite. Flugzeuge sind bisher offenbar nicht auf dem Schiff stationiert. Nach offiziellen Angaben soll das Schiff vor allem für Ausbildungs- und Forschungszwecke dienen.

Die Übergabe an die Marine findet vor dem Hintergrund eines Streits zwischen China, Japan und Taiwan über unbewohnte Inseln in einer rohstoffreichen Region statt. Am Dienstag verschärfte sich die Auseinandersetzung weiter. Erstmals drangen rund 50 Schiffe aus Taiwan in die Gewässer nahe des Archipels ein und lieferten sich mit der japanischen Küstenwache Gefechte mit Wasserwerfern. Die Inseln werden von Japan, China und Taiwan beansprucht.

Vor knapp einem Jahr war dem Unternehmen US-Digital Globe erstmals ein Satellitenfoto von Chinas erstem Flugzeugträger bei einer Testfahrt auf hoher See gelungen. Das hatte für heftige Irritationen gesorgt.

Das Schiff, das zunächst "Warjag" hieß, ist bereits jahrzehntealt. Peking hatte es 1998 der Ukraine abgekauft - ohne Motoren, Waffensysteme und andere wichtige Ausstattung. Ursprünglich sollte der Flugzeugträger für die sowjetische Marine gebaut werden, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden die Arbeiten 1991 eingestellt. China benötigte nach dem Kauf mehrere Jahre, um den Flugzeugträger in die Werft nach Dalian zu bringen.

ler/Reuters/AFP