Korruptionsvorwürfe Chinesischer General begeht Selbstmord

Staatschef Xi Jinping geht seit Jahren gegen Korruption in China vor. Ein verdächtiges Mitglied der Militärführung hat sich nun das Leben genommen. Er soll Bestechungsgelder angenommen und angeboten haben.

Zhang Yang
REUTERS/ Stringer

Zhang Yang


Der unter Korruptionsverdacht stehende chinesische General Zhang Yang, der seit zehn Jahren zur obersten Militärführung des Landes gehörte, hat sich selbst getötet. Der 66-Jährige habe sich am Samstag zu Hause in Peking erhängt, nachdem wegen Korruption gegen ihn ermittelt worden sei, berichtete die Militärkommission.

Der General, der zuletzt alle politischen Aktivitäten in der Volksbefreiungsarmee geleitet hatte, stand bis dahin in der Rangfolge auf Platz sechs in der elfköpfigen Militärkommission. An der Spitze steht Staats- und Parteichef Xi Jinping als Oberkommandierender.

In den Ermittlungen sei es um Zhang Yangs Verbindungen zu den bereits wegen Korruption verfolgten hohen Generälen Guo Boxiong und Xu Caihou gegangen, berichtete die Militärkommission. Die beiden früheren Vizechefs des obersten Führungsorgans waren die höchsten Militärs, die über Xi Jinpings Antikorruptionskampagne gestolpert waren.

Verdacht der Bestechung und Bestechlichkeit

In einem Kommentar der Armeezeitung "Jiefangjunbao" hieß es, General Zhang Yang habe seinem Leben "auf schamlose Weise" selbst ein Ende gesetzt. Die Ermittler hätten festgestellt, dass er die Parteidisziplin und Gesetze "ernsthaft verletzt" habe, zitierte die Staatsagentur Xinhua. Er stehe unter dem Verdacht, Bestechungsgelder angeboten und angenommen zu haben. Auch habe der General großes Grundeigentum besessen, ohne dass dessen Herkunft geklärt worden sei.

Mit den neuen Vorwürfen weitet sich der Korruptionsskandal aus. Nach der Affäre um die Generäle Guo Boxiong und Xu Caihou hatte Präsident Xi Jinping im Militär kräftig aufgeräumt. Im Juli 2016 wurde der heute 75 Jahre alte Guo Boxiong, der sogar im Politbüro gesessen hatte, als bisher höchster Militär des Landes wegen Korruption zu lebenslanger Haft verurteilt. Xu Caihou war im März 2015 mit 71 Jahren an Krebs gestorben.

Seit seinem Amtsantritt vor gut fünf Jahren geht Xi Jinping mit einer Antikorruptionskampagne "gegen Tiger und Fliegen" vor, sprich gegen mächtige und weniger mächtige Vertreter in seiner Partei. Kritiker werfen ihm aber vor, sich damit auch seiner Gegner zu entledigen.

aev/dpa



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