China Peking gibt Fehler beim Zugunglück zu

Tempo runter, Baustopp für neue Strecken: Nach dem schweren Zugunglück vor drei Wochen überprüft China sein Bahnnetz. Die Regierung in Peking gibt sogar Fehler im Umgang mit dem verheerenden Unfall zu.

Aufräumarbeiten nach Zugunglück im Juli: China überprüft die Schnellstrecken
AFP

Aufräumarbeiten nach Zugunglück im Juli: China überprüft die Schnellstrecken


Peking - Knapp drei Wochen nach dem schweren Zugunglück mit 40 Toten hat die chinesische Regierung eine gründliche Überprüfung des Bahnnetzes angekündigt.

Man werde zur Zeit keine neuen Genehmigungen für Hochgeschwindigkeits-Strecken erteilen, ließ die Regierung über Staatsmedien verbreiten. Auch bereits genehmigte Bauvorhaben würden erneut "tiefgehend" geprüft, hieß es. Außerdem werde die Höchstgeschwindigkeit der Züge um 50 Stundenkilometer gedrosselt.

Die Regierung gab auch Fehler zu: Der Unfall habe "Lücken in der Sicherheit und im Management enthüllt", hieß es nach der Sitzung des Staatsrates. Man habe auch Fehler im Umgang mit dem Unglück gemacht.

Vor knapp drei Wochen waren nach einem Stromausfall im Osten Chinas zwei Schnellzüge zusammengestoßen. 40 Passagiere starben, knapp 200 wurden verletzt. Zwei Waggons stürzen von einer Brücke knapp dreißig Meter in die Tiefe. Es war das schwerste Unglück im chinesischen Hochgeschwindigkeitsverkehr.

Nach dem Unfall hatten Chinesen im Internet der Regierung vorgeworfen, nicht wahrheitsgemäß über den Unfall zu informieren. Blogger kritisierten, beim schnellen Ausbau des Netzes Abstriche bei der Sicherheit gemacht zu haben.

China hat in den vergangenen Jahren das größte Hochgeschwindigkeitsnetz der Welt aufgebaut. Die Strecke zwischen Peking und Shanghai machte wiederholt mit technischen Problemen und Verspätungen von sich reden. Geplant war, das Netz bis 2020 auf 16000 Streckenkilometer auszubauen - doch diese Pläne sind nun auf dem Prüfstand.

fab/dpa/AFP



insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
qualidax 11.08.2011
1. Da sollten wir mal ganz still die Kirche im Dorf lassen!
Die DB bekleckert sich auch nicht gerade mit Pünktlichkeit. Und nach dem Unfall in Eschede (ja, das gabs, schon vergessen?) mit immerhin 101 Todesopfern - hat man sich auch nicht gleich von Anfang an darum gerissen, die Wahrheit zu offenbaren. Dieses widerlich-arrogante Zeigefinger-Heben der deutschen Journailie in Richting China ist nur schwer erträglich.
saddamatus, 11.08.2011
2. Nö
Zitat von qualidaxDie DB bekleckert sich auch nicht gerade mit Pünktlichkeit. Und nach dem Unfall in Eschede (ja, das gabs, schon vergessen?) mit immerhin 101 Todesopfern - hat man sich auch nicht gleich von Anfang an darum gerissen, die Wahrheit zu offenbaren. Dieses widerlich-arrogante Zeigefinger-Heben der deutschen Journailie in Richting China ist nur schwer erträglich.
Wo war hier in diesem Bericht ein "widerlich-arroganter Zeigefinger"? Dieser Vorwurf ist manchmal gerechtfertigt, man sollte ihn aber auch erheben wenn er zutrifft. Wenn ich die Berichte richtig gelesen habe, gab es auf der Strecke kein Sicherungssystem, welches alle Signale auf Rot stellt, wenn es ausfällt. Und das ist auf jeder Zugstrecke unverantwortlich, erst recht auf Hochgeschwindigkeitsstrecken. Und jede Kritik daran ist berechtigt. Dass die DB in Sachen Radreifen ähnlich verantwortungslos gehandelt hat, ändert daran nichts. Kritik ist in beiden Fällen berechtigt, auch wenn die Entscheider in beiden Fällen es als "schwer erträglich" empfinden. Letztlich dokumentiert das dasselbe Herren-Denken.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.