Anti-Korruptionskampf China brüstet sich mit Erfolgen

Vor vier Jahren rief Chinas Präsident Xi Jinping seinen umstrittenen Kampf gegen die Korruption aus, nun gibt es eine erste Bilanz: Mehr als eine Million Menschen sind demnach seit Beginn der Kampagne überführt worden.
Xi Jinping

Xi Jinping

Foto: NICOLAS ASFOURI/ AFP

Im Kampf gegen Korruption hat die chinesische Regierung Vermögenswerte von umgerechnet mehr als einer Milliarde Euro beschlagnahmt. Das teilte die zuständige Behörde, die Zentralkommission für Inspektion und Disziplin, mit. Den offiziellen Angaben zufolge wurden seit 2012 fast 1,2 Millionen Menschen der Korruption überführt und bestraft. Knapp 2600 flüchtige Verdächtige seien aus dem Ausland nach China ausgeliefert worden.

Die Antikorruptionskampagne hatte Präsident Xi Jinping nach seinem Amtsantritt vor vier Jahren ausgerufen. Die Regierung geht damit offiziell gegen Bestechung und Vetternwirtschaft in der Volksrepublik vor. Kritiker halten Xi aber vor, die Korruptionsvorwürfe zu nutzen, um mehr Macht in seinen Händen zu konzentrieren und unliebsame Kader loszuwerden.

Unter Korruptionsverdacht gerieten nicht nur Landkreis- und Stadtfunktionäre, sondern auch mächtige "Tiger" mit besten Beziehungen in der Kommunistischen Partei. Zu den "Tigern" gehören ehemals hochrangige und später in Ungnade gefallene Politiker wie der frühere Sicherheitschef Zhou Yongkang und der ehemalige Präsidentenberater Ling Jihua.

Die Kampagne soll bis zu einem "vernichtenden Schlag gegen die Korruption" fortgeführt werden, sagte ein führender Behördenvertreter, Luo Dongchuan, auf einer Pressekonferenz. Nach Informationen der staatlichen Zeitung "China News" wurden allein im Jahr 2016 rund 410.000 Beamte wegen Korruption bestraft, unter ihnen 76 hohe Ministerialbeamte.

mcm/vks/AFP