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Streit mit Washington China schickt ersten selbstgebauten Flugzeugträger durch Taiwanstraße

Die Fahrt eines chinesischen Marinekonvois durch die Taiwanstraße alarmiert Taiwans Regierung. US-Verteidigungsminister Esper wirft Peking "Einschüchterung" vor, die Antwort folgt prompt.

Alarm in der Taiwanstraße: China hat seinen ersten selbstgebauten Flugzeugträger, begleitet von weiteren Kriegsschiffen, durch die Meerenge fahren lassen. Ein chinesischer Regierungssprecher bestätigte am Montag entsprechende Angaben des taiwanischen Verteidigungsministeriums vom Sonntag. Demnach seien der chinesischen Formation Militärschiffe der USA und Japans gefolgt.

Der Flugzeugträger vom Typ 002 sei vom Ostchinesischen Meer aus in die Taiwanstraße gefahren, hatte das Verteidigungsministerium mitgeteilt. Taiwans Militär habe die Situation mithilfe von Kampfjets beobachtet. Ein Sprecher der chinesischen Marine sagte, das Schiff sei für "wissenschaftliche Tests und routinemäßige Trainings" in dem Seegebiet unterwegs gewesen.

Die schmale Meerenge trennt das demokratisch regierte Taiwan vom chinesischen Festland. Die USA und viele andere Staaten sehen die Meerenge als internationales Gewässer an. Peking betrachtet die Durchfahrt der Straße durch ausländische Schiffe hingegen als Angriff auf seine Souveränität.

US-Verteidigungsminister Mark Esper warf der Regierung in Peking bei Gesprächen mit seinem chinesischen Amtskollegen Wei Fenghe am Sonntag vor, in der Region zunehmend auf "Zwang und Einschüchterung" zu setzen, um ihre "strategischen Ziele zu verfolgen". Zur Durchfahrt des Flugzeugträgers durch die Taiwanstraße äußerte er sich nicht.

Die chinesische Regierung warnte die USA ihrerseits vor "Muskelspielen" in der Region. Diese erzeugten nur "neue Unsicherheiten" und würden die Spannungen im Südchinesischen Meer eskalieren lassen, sagte ein Regierungssprecher.

"NEIN zu China"

Der taiwanische Außenminister Joseph Wu schrieb auf Twitter, Präsidentin Tsai Ing-wen habe zeitgleich den früheren Premierminister William Lai als ihren Vizekandidaten für die Wahlen im Januar 2020 benannt. Wu warf China deshalb vor, den Wahlkampf beeinflussen zu wollen. "Die Wähler lassen sich nicht einschüchtern! Sie werden an der Wahlurne NEIN zu China sagen."

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Der japanischen Zeitung "Japan Times" zufolge  hatte Lai im vergangenen Jahr die Regierung in Peking gegen sich aufgebracht, weil er sich für eine formale Unabhängigkeit Taiwans von China aussprach.

mes/Reuters/AFP
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