China Anwalt von "Zeit"-Mitarbeiterin zu sieben Jahren Haft verurteilt

Ein bekannter chinesischer Bürgerrechtsanwalt muss mehrere Jahre ins Gefängnis. Zhou Shifeng hatte unter anderem eine Mitarbeiterin der "Zeit" und den Künstler Ai Weiwei vertreten.

Anwalt Zhou Shifeng
AP/ CCTV

Anwalt Zhou Shifeng


In der Verfolgungswelle gegen kritische Stimmen in China ist ein prominenter Bürgerrechtsanwalt verurteilt worden. Ein Gericht in der nordchinesischen Stadt Tianjin verhängte eine siebenjährige Haftstrafe gegen Zhou Shifeng, den Chef der Pekinger Kanzlei Fengrui. Er wurde der "Untergrabung der Staatsgewalt" für schuldig erklärt.

Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, bekannte sich der 52-Jährige für schuldig und will das Urteil nicht anfechten. In China hilft die Kooperation mit der Anklage meistens, um ein milderes Urteil zu erreichen.

Zhous Kanzlei war vor einem Jahr geschlossen worden, als die Sicherheitsbehörden zum Schlag gegen inzwischen mehr als 300 Bürgerrechtsanwälte, Mitarbeiter von Kanzleien und Aktivisten und deren Angehörige ausholten.

Die Kanzlei ist bekannt, weil sie politisch heikle Fälle wie jenen des Künstlers Ai Weiwei angenommen hatte. Zhou vertrat zudem Familien, deren Kinder durch verunreinigtes Milchpulver erkrankt waren, sowie die "Zeit"-Journalistin Zhang Miao. Diese war im Oktober 2014 nach Recherchen über die Proteste für freie Wahlen in Hongkong festgenommen worden. Im Juli 2015 wurde sie freigelassen, wenig später wurde ihr Anwalt Zhou inhaftiert.

Auch andere Fengrui-Mitarbeiter wie die bekannte Anwältin Wang Yu wurden inhaftiert und angeklagt. Der Prozess gegen Zhou folgte auf die beiden Urteile gegen den Aktivisten Hu Shigen, der am Mittwoch zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war, und den Menschenrechtler Zhai Yanmin, der am Dienstag drei Jahre Haft auf Bewährung erhalten hatte.

cte/dpa



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