Visa-Voraussetzung China stellt US-Journalisten Akkreditierungen aus

Peking lenkt im Tauziehen um Visa-Anträge von US-Journalisten ein. Ein Teil der 23 Medienvertreter hat von der Regierung eine Arbeitserlaubnis erhalten. Ob sie auch im kommenden Jahr im Land bleiben dürfen, ist damit aber noch nicht entschieden.

Chinas Präsident Xi: Bearbeitung der Visa-Anträge dauert mehrere Wochen
AP/ dpa

Chinas Präsident Xi: Bearbeitung der Visa-Anträge dauert mehrere Wochen


Peking/Hamburg - Die Journalisten hatten den verdächtigen Reichtum von Familien chinesischer Top-Politiker enthüllt - seitdem müssen Reporter der "New York Times" und der Nachrichtenagentur Bloomberg um ihre Aufenthaltsgenehmigungen in der Volksrepublik bangen. Jetzt hat zumindest ein Teil der 23 Journalisten eine Akkreditierung von der Regierung erhalten, teilte der Auslandskorrespondentenclub (FCCC) in Peking mit. Damit können sie weiter in der Volksrepublik arbeiten.

Die Pressekarte ist gleichzeitig eine wichtige Voraussetzung, um auch die Visa für 2014 beantragen zu können. Bislang haben aber noch nicht alle Mitarbeiter der "New York Times" diese Erlaubnis erhalten, hieß es weiter. Der FCCC hofft, dass alle de, r zwei Dutzend betroffenen US-Journalisten am Ende von der Polizei auch ihre Aufenthaltserlaubnis für das neue Jahr bekommen.

Das Außenministerium hatte gegen Ende des Jahres angeordnet, keine Anträge mehr anzunehmen, wie ein Korrespondent der "New York Times" sagte. Die meisten anderen Korrespondenten, auch die des SPIEGEL, konnten dagegen ihre Pässe einreichen. Ausländische Journalisten müssen in China jedes Jahr eine neue Aufenthaltsbewilligung beantragen, die Bearbeitung dauert in der Regel drei Wochen.

Eine offizielle Begründung für das Zurückhalten der Papiere gab es vonseiten der Regierung um Präsident Xi Jinping nicht. Chinesische Beamte hatten aber zu erkennen gegeben, dass die Maßnahmen tatsächlich in Zusammenhang mit den kritischen Berichten standen.

Chinas Visa-Politik ist nur das jüngste Beispiel für den politischen Kurs, den das Land unter dem neuen Präsidenten Xi eingeschlagen hat. Er will das Land wirtschaftlich öffnen, aber politisch die Macht der Regierung zementieren. Die Medienzensur wurde zuletzt drastisch verschärft. Wer im Internet ein "Gerücht" in die Welt setzt, das mehr als 5000-mal gelesen oder mehr als 500-mal weitergeleitet wird, kann neuerdings mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden.

vks/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
hokie 19.12.2013
1.
Zitat von sysopAP/ dpaPeking lenkt im Tauziehen um Visa-Anträge von US-Journalisten ein. Ein Teil der 23 Medienvertreter hat von der Regierung eine Arbeitserlaubnis erhalten. Ob sie auch im kommenden Jahr im Land bleiben dürfen, ist damit aber noch nicht entschieden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/china-stellt-us-journalisten-arbeitsgenehmigungen-aus-a-940044.html
ohh TOLL ich bin so stolz auf die Spiegel Korrespondenten mit kina VISA... Ich kann mich im Gegenzug jedoch leider nicht entsinnen, wann der Spiegel jemals kritisch ueber die korrupte Elite Kinas berichtet oder gar deren Fehlverhalten aufgedeckt hat! Vermutlich besteht hier eine Korrelation zwischen diesen beiden Sachverhalten!? Das ist natuerlich nur eine 'Vermutung' meinerseits, schliesslich bin ich kein ausgebildeter Journalist und Rechercheur so wie sie fuer den Spiegel arbeiten ...
larkin888 19.12.2013
2. Geruecht-Setzen muss bestrafbar sein
Im Internet kann Geruecht leicht verbreitet und fuer negativen Einfluss in grossem Umfang sorgen, dies beeintraechtigt soziale Stabilitaet, deshalb muss diese Aktion bestraft werden.
fraumarek 19.12.2013
3. Xi Jinping setzt Gerüchte in die Welt
Da Xi Jinping Gerüchte in die Welt setzt muss er - aufgrund seiner eigenen Vorschriften - betraft werden. Ich hoffe, ein chinesischer Staatsanwalt wird ihn anklagen. Wie kann man nur Gerüchte in die Welt setzen, so was gehört doch verboten! Pfui Teufel!
raho571972 19.12.2013
4. richtig so..wenn ich lese was auslaendische Medien
wenn ich lese was die Ami/DE Medien so an Mutmassungen ueber die chinesische Regierung schreiben und das immer als negative Schlagzeilen in Europa verkaufen, dann kann man sich schon ueber diese dumm arroganten Schreiberlinge aufregen. Nicht allein die Regierung aergert dies, auch die Menschen in China aergert soviel dummes Geschreibe. Oder glaubt Ihr in Europa, nur Ihr koennt bis 3 zaehlen oder eine Zeitung lesen. Uebrigens, jeder Auslaender muss jedes Jahr seine Aufenthaltgenehmigung neu beantragen, nicht nur die Schreiberlinge.
fraumarek 19.12.2013
5. Schlagt die Journalisten
Zitat von raho571972wenn ich lese was die Ami/DE Medien so an Mutmassungen ueber die chinesische Regierung schreiben und das immer als negative Schlagzeilen in Europa verkaufen, dann kann man sich schon ueber diese dumm arroganten Schreiberlinge aufregen. Nicht allein die Regierung aergert dies, auch die Menschen in China aergert soviel dummes Geschreibe. Oder glaubt Ihr in Europa, nur Ihr koennt bis 3 zaehlen oder eine Zeitung lesen. Uebrigens, jeder Auslaender muss jedes Jahr seine Aufenthaltgenehmigung neu beantragen, nicht nur die Schreiberlinge.
Ist ja auch unerhört, wie westliche Medien über China berichten, z. B. über Folter, willkürliche Gerichtsurteile, Wegsperren von Missliebigen, brutale Unterdrückung der Tibeter, die Zwangspsychiatrisierungen, brutale Arbeitslager, Verhaftung von Dissidenten, die nur ihre Meinung sagen wollen...usw usw. Merke: Man schlage tunlichst auf diejenigen ein, die über die Misstände in China berichten, aber - Gott bewahre - niemals über diejenigen, die sie verursachen.
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