China Militärangehörige protestieren vor Verteidigungsministerium

Öffentlicher Protest ist in China eher ungewöhnlich - vor allem in dieser Größenordnung. Über tausend Menschen haben sich in Peking vor dem Verteidigungsministerium versammelt. Der Grund ist unklar.

REUTERS

Hunderte Polizisten versuchten noch, die Reporter daran zu hindern, Bilder von der Demonstration in Chinas Hauptstadt zu machen - doch ohne Erfolg. Die Journalisten machten dennoch Bilder von den rund tausend Demonstranten, die sich in Peking für mehrere Stunden vor dem Verteidigungsministerium trafen.

Der Anlass dafür ist allerdings noch unklar. Im Zuge der Modernisierung sollen bei der Armee 300.000 Stellen abgebaut werden - genaue Details sind aber noch nicht bekannt. Derzeit umfassen die Streitkräfte 2,3 Millionen Soldaten. Die Demonstranten äußersten gegenüber den Journalisten nicht, warum sie sich dort trafen.

Ein Sprecher einer Menschenrechtsorganisation teilte darüber hinaus mit, dass Veteranen in diesem Jahr bereits mehr als 50 Aktionen dieser Art veranstaltet haben. "Sie protestieren, weil sie keinen Beruf finden, nachdem sie lange Zeit in der Armee gedient haben", sagte Liu Feiyue, der für eine Webseite arbeitet, die über chinesische Menschenrechtsprobleme berichtet.

Die Behörden reagierten nach Angaben der Nachrichtenagentur AP nicht auf Anfragen, ob Demonstranten verhaftet wurden.

mho/AP



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