Korruptionsbekämpfung Chinas Führung nimmt zehntausende Funktionäre ins Visier

Chinas Parteichef Xi macht offenbar Ernst im Kampf gegen die Korruption: Wegen des Verdachts der Bestechlichkeit sind Ermittlungen in über 27.000 Fällen gestartet worden.

Chinesischer Präsident Xi Jinping: "Finanzielle Verluste"
AP/dpa

Chinesischer Präsident Xi Jinping: "Finanzielle Verluste"


Peking - Chinas Führung setzt ihren angekündigten schärferen Kurs gegen Korruption fort: Zwischen Januar und November seien gegen knapp 37.000 Funktionäre in mehr als 27.000 Fällen Ermittlungen wegen des Verdachts der Bestechlichkeit aufgenommen worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag.

In fast der Hälfte der Fälle seien "dem Volk finanzielle Verluste" entstanden, diese lägen bei insgesamt 5,51 Milliarden Yuan (660 Millionen Euro), berichtete Xinhua unter Berufung auf die Oberste Volksstaatsanwaltschaft, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Die höchste Staatsanwaltschaft des Landes war für eine eigene Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Bei seinem Amtsantritt vor rund einem Jahr hatte Staats- und Parteichef Xi Jinping einen verschärften Kampf gegen Korruption angekündigt. Er warnte davor, die grassierende Bestechlichkeit unter den Funktionären könne langfristig die Kommunistische Partei zerstören. Nach seinen Worten sollten auch ranghohe Politiker und Funktionäre von den Ermittlungen nicht verschont werden. Gleichzeitig verordnete Xi allen Kadern einen neuen Kurs der Bescheidenheit - die politischen Hintergründe der Aktion könnten allerdings nicht ganz so ehrenwert sein, wie Chinas Führung behauptet.

sha/AFP

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mwinter 05.01.2014
1. Leider nicht in Deutschland
Man würde sich wünschen, die deutsche Führung ginge mit gleicher Ernsthaftigkeit gegen Korruption in den eigenen Reihen vor, da könnten die von Klaedens und Pofallas aber einpacken!
j.cotton 05.01.2014
2. Auch etwas
Zitat von sysopAP/dpaChinas Parteichef Xi macht offenbar Ernst im Kampf gegen die Korruption: Wegen des Verdachts der Bestechlichkeit sind Ermittlungen in über 27.000 Fällen gestartet worden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/china-verhaftungen-wegen-korruption-a-941898.html
...was die chinesische Führung von der Unseren (fürgeblich Demokratischen) unterscheidet.Korruptionsbekämpfung.
demophon 05.01.2014
3. Selektive Justiz
Zitat von j.cotton...was die chinesische Führung von der Unseren (fürgeblich Demokratischen) unterscheidet.Korruptionsbekämpfung.
Sie sollten mal den im Artikel unten angeführten Link zu einem vorangegangenen Spiegel-Bericht lesen, dort heißt es: "Dass die neue Führung den Filz im Staatssektor bekämpft, ist gewiss eine gute Idee. Doch dass sie an einer breit angelegten Antikorruptions-Kampagne auf allen Ebenen interessiert wäre, ist unwahrscheinlich. Im Gegenteil. Noch höher als die Zahl der unter Korruptionsverdacht festgenommenen Funktionäre ist die der drangsalierten Aktivisten, die sich für die Bekämpfung genau der Vergehen einsetzen, die man den Funktionären vorwirft." Es ist also so ähnlich wie in Russland, nur wer der politischen Führungsclique gefährlich wird, gegen den ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Korruption.
Extremophile 05.01.2014
4. Korrupt gegen korrupt
Die kommunistische Partei ist nicht demokratisch legitimiert. Sie ist die reine Inkarnation der Korruption. Jetzt bekämpfen hält die mächtigeren Korrupten die, die weniger Macht haben. Das ist eher ein Machtkampf innerhalb des organisierten Verbrechens als ein rechtsstaatliches Vorgehen.
pishtakko 05.01.2014
5. Xi's agenda
Zitat von sysopAP/dpaChinas Parteichef Xi macht offenbar Ernst im Kampf gegen die Korruption: Wegen des Verdachts der Bestechlichkeit sind Ermittlungen in über 27.000 Fällen gestartet worden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/china-verhaftungen-wegen-korruption-a-941898.html
Herr Xi rauemt nur politsche gegner aus dem weg wie einst mit bo xi lai (seinerzeit ein gefaehrlicher "neu linker"). Wie er bereits durch seinen botschafter angekuendigt will er massive reformen einfuehren unter anderen privatisierung von staatsbetrieben. Die aktien haben sich die bonzen in beijing untereinander bereits aufgeteilt.
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