Raketentests China warnt vor schwerem Konflikt mit Nordkorea

Südkorea und die USA halten gemeinsame Militärübungen ab, Nordkorea provoziert wieder mit Raketentests. Nun mischt sich China ein - und schlägt einen Kompromiss vor.

Chinesischer Außenminister Wang Yi
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Chinesischer Außenminister Wang Yi


Der chinesische Außenminister Wang Yi hat vor einem "Frontalzusammenstoß" zwischen Nordkorea und Südkorea samt der Schutzmacht USA gewarnt. "Beide Seiten sind wie zwei Züge, die beschleunigt aufeinander zufahren, ohne dass einer der beiden bereit ist, aus dem Weg zu gehen", sagte er am Mittwoch in Peking. Als Kompromiss schlug er vor, dass die USA und Südkorea bis auf Weiteres auf ihre Militärmanöver verzichten. Nordkorea solle dafür seine Atom- und Raketenaktivitäten aussetzen.

Ein solcher Kompromiss werde helfen, "aus dem Sicherheitsdilemma herauszukommen" und wieder Gespräche über eine Beseitigung der Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel und Friedensmechanismen aufnehmen zu können, sagte Wang. Es sei Chinas Aufgabe, beide Seiten zu bremsen.

Die Lage ist seit dem jüngsten Raketentest Nordkoreas vom Montag noch angespannter als zuvor. Das nordkoreanische Regime feuerte mindestens vier Geschosse ins Japanische Meer. Drei von ihnen sollen in der japanischen 200-Meilen-Zone niedergegangen sein. Japans Regierungschef Shinzo Abe sprach von einer "neuen Stufe der Bedrohung". (Mehr zu den Hintergründen lesen Sie hier.)

Die Regierung in Peking wird international dafür kritisiert, nicht genug auf Nordkorea einzuwirken, damit Diktator Kim Jong Un seine Atommacht-Bestrebungen aufgibt. Auch US-Präsident Trump hat diese Vorwürfe bereits erhoben. Die Volksrepublik ist der wichtigste Handelspartner und stetiger Verbündeter Nordkoreas.

US-Raketensystem in Südkorea stoppen

"Atomwaffen werden keine Sicherheit bringen", sagte Wang nun an Pjöngjang gerichtet und fügte, offenkundig mit Blick auf die in Washington diskutierte Option eines Militärschlags, hinzu: "Der Einsatz von Gewalt wird auch keine Lösung bringen."

Dass die USA und Südkorea ihre gemeinsamen Militärmanöver einstellen, ist ohnehin im Interesse Pekings. Übungen der US-Marine wie vor wenigen Wochen im Südchinesischen Meer werden von Peking scharf kritisiert. Ebenso stört sich die chinesische Regierung an einem US-Raketenabwehrsystem, das gerade in Südkorea aufgebaut wird. Der Radar des Systems reicht aus, um auch das chinesische Festland zu erfassen.

Südkorea und die USA haben zwar versichert, dass das System nur nach Nordkorea ausgerichtet werden soll. Doch China ist misstrauisch: Die Raketenabwehr sei gegenwärtig das "größte Problem" für die Beziehungen zwischen Peking und Seoul, sagte Wang. Die Aufstellung müsse gestoppt werden, um zu vermeiden, auf diesem "Irrweg" weiterzugehen. Südkorea schade sich damit nur selbst.

vks/dpa/AP

insgesamt 125 Beiträge
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abc-xyz 08.03.2017
1. Atomwaffenfreie Zone
Es gibt nur einen tragfähigen Kompromiss und das ist eine atomwaffenfreie Zone, sowie Einstellen des nordkoreanischen Raketenprogramms. Diese Punkte sind übrigens schon in UN Resolutionen, aber daran hält sich ja keiner. Dann gäbe es auch keinen Grund für THAAD. Das wollen aber die Nordkoreaner nicht und die Chinesen machen auch nichts dagegen. Deshalb: THAAD bleibt. Und wenn es so weiter geht, stehen noch mehr und größere Waffen an Chinas Haustür.
INGXXL 08.03.2017
2. Die Vorschläge von China
hören sich sehr vernünftig und konstruktiv an. Ob aber Trump mit sene America first darauf eingeht ist leider Zweifelhaft
wolle0601 08.03.2017
3. Toller Deal
Substantielle Reduktion der Präsenz und der Sicherheit gegen ein paar Lippenbekenntnisse der Nordkoreaner, die sowieso bei nächster Gelegenheit wieder vergessen sind? Klar wäre das in Chinas Interesse.
kopfball123 08.03.2017
4. Heuchelei
Ohne die chinesen hätte sich der Schurkenstaat Nordkorea samt der Kim Familie nie so lange halten können. China hat das Land unterstützt wo sie konnten und sich darüber gefreut dass sie die amis ärgern können. Jetzt spielt man sich als Bewahrer des Friedens auf. Genauso wie man sich zum Bewahrer der Globalisierung ernannt hat trotz all dem Protektionismus der noch schlimmer ist als der von trump und ja sogar selbst das Ziel ausgegeben hat bis 2025 komplett autark sein zu wollen (dh keinerlei ausländische importe mehr zu brauchen), was bedeutet sich wie so oft in der Geschichte zu isolieren.
unzensierbar 08.03.2017
5. Es wird langweilig...
Muss denn diese ständige Propaganda immer sein? Von Nordkorea wird man nichts bekommen. Warum ist denn ein Nordkoreanischer Raketentest eine Provokation, aber ein zuher stattgefundenes Militärmaneuver Südkoreas und der USA nicht?
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