Rüstung China will Militäretat um sieben Prozent aufstocken

Einen Tag vor Beginn des großen Volkskongresses gibt China seine Pläne für den Militäretat bekannt: Die Ausgaben sollen erneut deutlich steigen - aber nicht so stark wie in vergangenen Jahren.

Flugzeugträger "Liaoning"
AFP

Flugzeugträger "Liaoning"


Trotz der Spannungen mit den USA wird China seine Militärausgaben 2017 wohl weniger stark erhöhen als in den vergangenen Jahren. Der Wehretat solle um rund sieben Prozent steigen, sagte eine Sprecherin des Nationalen Volkskongresses in Peking. Als Gründe nennen chinesische Experten ein langsameres Wirtschaftswachstum sowie hohe Ausgaben in anderen Bereichen.

Wegen der Spannungen im Südchinesischen Meer und der Unsicherheiten in Bezug auf die neue US-Regierung hatten manche Beobachter mit einer höheren Steigerung der Militärausgaben gerechnet. Der Anstieg war in den vergangenen 20 Jahren meist zweistellig - mit den Ausnahmen 2010 und 2016. Im vergangenen Jahr war eine Steigerung der Militärausgaben von "nur" 7,6 Prozent auf 954 Milliarden Yuan, heute umgerechnet 130 Milliarden Euro, eingeplant worden.

Die tatsächlichen Ausgaben werden erst am Sonntag zum Beginn des Nationalen Volkskongresses mit dem gesamten Haushalt vorgelegt.

Tagungssprecherin Fu Ying rief die USA in dem Territorialstreit im Südchinesischen Meer zur Zurückhaltung auf. Die Entwicklung sei von den amerikanischen Absichten in dem strategisch wichtigen Seegebiet abhängig. "Die Aktivitäten der USA werden in gewissem Umfang der Gradmesser für die Situation hier sein", sagte Fu Ying. China müsse sich "vor Einmischung von außen schützen".

Ende Februar hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, die Verteidigungsausgaben um 54 Milliarden Dollar anzuheben - ein Plus von zehn Prozent. Auch darauf verwies die chinesische Sprecherin. "Die USA sind wahrscheinlich besorgt, dass China im Hinblick auf militärische Fähigkeiten zu ihnen aufschließt", sagte sie. Aber es herrsche ein großer Abstand zu den Vereinigten Staaten.

hut/dpa/AFP

insgesamt 31 Beiträge
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Seite 1
h.hass 04.03.2017
1.
Donald wurde uns von den Trumpisten doch als der große Friedenspräsident verkauft. Jetzt, wo DT den Militäretat massiv anhebt und natürlich Gegenreaktionen bei den Chinesen provoziert - die er vorher schon grundlos gereizt hatte -, wird klar, dass diese Scheinargumentation nur dazu dienen sollte, Trumps wahre Absichten zu vernebeln.
Isegrim1949 04.03.2017
2. Sehe ich geringfügig anders
Zitat von h.hassDonald wurde uns von den Trumpisten doch als der große Friedenspräsident verkauft. Jetzt, wo DT den Militäretat massiv anhebt und natürlich Gegenreaktionen bei den Chinesen provoziert - die er vorher schon grundlos gereizt hatte -, wird klar, dass diese Scheinargumentation nur dazu dienen sollte, Trumps wahre Absichten zu vernebeln.
Trump will ja mit Putin wieder "zu Potte" kommen, braucht aber im Interesse des militärisch-industriellen Komplexes einen neuen Popanz. Dem sollen jetzt die Chinesen abgeben , deshalb diverse Brüskierungen und siehe da....man kann fleißig weiter aufrüsten.
karl-felix 04.03.2017
3. Eine
Verständnisfrage: China rüstet um 7% auf, die Ausgaben steigen deutlich . Wie nennt man denn dann die Ausgabesteigerungen der deutschen Aufrüstung von angesagt 70% ? Ist dann die deutsche Ausgabensteigerung am deutlichsten oder schlicht nur irre ? Normal ist es doch wohl nicht, wenn alleine das winzige Deutschland einen Rüstungsetat hat in der Grössenordnung der atomaren Supermacht Russland . Ich tendiere also eher zu der Aussage : Die geplante deutsche Aufrüstung um ca. 70% ist irre und lässt die Ausgaben irre steigen . Wir sollten uns ein Beispiel an den Chinesen nehmen , 7% sind mehr als genug bei einem 50fachen Overkill. Einfach den Sold um 7% erhöhen und gut ists. ( Verteidigungsministerin bitte ausnehmen )
bronstin 04.03.2017
4. Die ersten vier Kommentare
durchgelesen (mehr sind bisher leider nicht vorhanden) und schon kann man konstatieren: Eine Meinung und keine Ahnung (wer ist Trump?)... Ketzerische Frage: Wieviel Geld das der Volksbefreiungsarmee zugute kommt, wird eigentlich nicht im offziellen Etat ausgewiesen sondern ist sonstwo versteckt? Richtig: Die Schätzungen zu den tatsächlichen Ausgaben werden nämlich in einer ganz anderen Liga verortet (da hätte der Schreiberling auch mal wirklich investigativ was mit dazu schreiben können)... Und dann könnte man das auch als wirklich guten Journalismus werten und nicht nur als Übernahme einer Pressemeldung! MfG
Bernhard.R 04.03.2017
5. Einen Augenblick lang
konnte die Welt die Hoffnung haben, daß der damalige Kandidat DT die Nato auflösen würde. Dieses milliardenfressende Monster braucht Kriege und Spannungen zum Überleben. Es hätte als Relikt des kalten Krieges zusammen mit dem Warschauer Vertrag aufgelöst werden müssen. Dann wäre die Welt heute sicherer. Leider ist der gute Ansatz von DT inzwischen beerdigt worden.
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