Schiffe gerammt China wirft Vietnam Provokation auf hoher See vor

In Ostasien spitzt sich ein gefährlicher Territorialstreit zu: Peking wirft Vietnam vor, chinesische Schiffe mehr als tausendmal gerammt zu haben. Vietnam fühlt sich von einer chinesischen Ölbohrinsel nahe seiner Küste provoziert.

REUTERS

Peking - Im Streit um eine chinesische Ölplattform vor der Küste Vietnams sieht sich Peking als Opfer einer gezielten Karambolage durch vietnamesische Schiffe. "Es gab 63 vietnamesische Schiffe in der Gegend. Sie versuchten die Absperrung zu durchbrechen und rammten chinesische Regierungsschiffe insgesamt 1416-mal", teilte das Außenministerium in Peking über einen Vorfall vom Samstag mit. Hanois Vorgehen sei illegal und stelle eine gezielte Provokation dar.

Die Ölplattform Haiyang Shiyou 981 bohrt zwischen den Paracel-Inseln und der vietnamesischen Küste nach Öl. Vietnam moniert, Chinas Bohrinsel operiere auf der vietnamesischen Kontinentalplatte und befinde sich zudem innerhalb der 200-Meilen-Zone, in der ein Land die exklusiven Wirtschaftsrechte genießt. China dagegen sagt, die Bohrinsel befinde sich in chinesischen Gewässern.

Bereits bei der Verankerung der Ölplattform hatte es im Mai schwere antichinesische Krawalle in Vietnam gegeben, bei denen vier Chinesen ums Leben kamen. Die chinesische Regierung musste in der Folge Tausende Landsleute aus Vietnam evakuieren.

Bereits Ende Mai waren ein chinesisches und ein vietnamesisches Fischerboot nahe der von beiden Ländern beanspruchten Inseln zusammengestoßen. Nach vietnamesischer Darstellung rammte das chinesische Schiff das vietnamesische Fischerboot. Es sei untergegangen, die zehnköpfige Besatzung gerettet worden.

China und Vietnam streiten seit Jahrzehnten um Inseln im Südchinesischen Meer. China beansprucht für sich fast das gesamte Seegebiet, auf dessen Grund große Rohstoffvorkommen vermutet werden. Doch auch andere südostasiatische Länder, neben Vietnam vor allem die Philippinen, erheben Ansprüche. Bei dem Inselkonflikt geht es um verletzte nationale Gefühle, um Sicherheit von Schifffahrtstraßen - und um viel Geld. Wer die Paracel- und Spratly-Inseln beherrscht, kontrolliert die wichtige Passage zwischen westlichem Pazifik und Indischem Ozean.

ssu/dpa

insgesamt 80 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hobbyleser 09.06.2014
1. An Vietnam haben sich schonmal die USA verhoben
Man darf also gespannt sein, ob sich China hier nach Frankreich und den USA kostspielig die Hörner abstoßen kann.
DerMarktschreier 09.06.2014
2. Die 200-Meilen-Zone...
...sollte doch leicht zu überprüfen sein. Entweder liegt die chinesische Plattform außerhalb, oder eben nicht. Und dann hätte Vietnam ein starkes Argument. (Wenn China eine Messung durch unabhängige Beobachter nicht zulässt, dann spricht das ja auch Bände. Und wenn die Messung manipuliert werden soll, erkennt man das auch, wenn man weiß, dass man darauf achten muss.)
javaan 09.06.2014
3. nanu?
Zitat von hobbyleserMan darf also gespannt sein, ob sich China hier nach Frankreich und den USA kostspielig die Hörner abstoßen kann.
Hin und wieder sind Geschichtsbücher nützlich. Hier eine Wiki für Sie: http://de.wikipedia.org/wiki/Chinesisch-Vietnamesischer_Krieg
MashMashMusic 09.06.2014
4.
Ja, da sieht man mal wieder die "friedliche" chinesische Expansion. Gibt es eigentlich ein Nachbarland von China, mit dem sie nicht in irgendeiner Weise territorialen Streit haben? Den haben sie ja sogar mit Russland.
benno1961 09.06.2014
5. die guten alten Kommunisten freunde
Die guten alten Verbündedten (China-Nord Vietnam-Russland) die gemeinsam gegen die böse böse böse USA gekämpft haben und Sozialistische Paradiese errichtet haben, hauen sich jetzt gegenseitig eine auf die Mütze wegen öl....und Vietnam wird warscheinlich die bösen bösen bösen Amis fragen um sie zu schützen gegen die guten tollen befreundeten Chinesen....I can only smile!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.