Inselstreit im Pazifik China zitiert G7-Diplomaten zum Gespräch

Der Inselstreit im Pazifik eskaliert: China hat nach Informationen von SPIEGEL ONLINE Vertreter aller G7-Staaten zum Gespräch gebeten, darunter auch aus Deutschland.
Insel Taiping

Insel Taiping

Foto: Johnson Lai/ AP

Das Auswärtige Amt in Berlin hat bestätigt, dass China einen Vertreter der Deutschen Botschaft in Peking zu einem Gespräch ins Außenministerium gebeten hat. Damit protestierte die chinesische Regierung gegen eine Erklärung der führenden Industrienationen G7 zum Inselstreit im Südchinesischen Meer. Darin hatten die Außenminister zu einer friedlichen Lösung des Konflikts aufgerufen.

Im Auswärtigen Amt hieß es, bei dem Termin habe man sehr deutlich gemacht, "dass Deutschland hinter der gemeinsamen G7-Erklärung zur maritimen Sicherheit steht".

Die G7-Außenminister hatten sich zum Abschluss ihrer Beratungen am Montag im japanischen Hiroshima besorgt über die Spannungen gezeigt. Ohne China namentlich zu erwähnen, lehnten die G7-Minister entschieden jegliche "einschüchternden, zwangsweisen oder provokativen einseitigen Maßnahmen" ab, die den Status quo verändern könnten.

China streitet mit Japan um Inseln im Ostchinesischen Meer. Auch sorgen seine Ansprüche im Südchinesischen Meer für Spannungen mit den Philippinen, Brunei, Malaysia, Vietnam und Taiwan. In den Seegebieten, in denen auch die US-Marine kreuzt, liegen Rohstoffvorkommen und wichtige Schifffahrtsrouten.

Peking ließ künstliche Inseln aufschütten sowie militärische Anlagen und Landebahnen bauen, um über diese Außenposten seine Ansprüche zu untermauern. "Damit schafft China neue Fakten und verändert den Status quo", hieß es aus diplomatischen Kreisen in Peking. Zuletzt hatten die USA China vorgeworfen, Kampfjets im Südchinesischen Meer stationiert zu haben.

Die USA wiesen Pekings Gebietsansprüche wiederholt zurück. Washington wirft China vor, mit der Aufschüttung die freie Schifffahrt in der Region zu bedrohen, durch die ein Drittel der weltweiten Erdöltransporte verlaufen. Peking wiederum wirft den USA eine Machtdemonstration im Pazifik vor. Tatsächlich entsandte das Pentagon zuletzt Kriegsschiffe in das Gebiet.

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als/dpa
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