Missbrauch von Staatsgeldern Chinesischer Militär wegen Korruption angeklagt

Er soll Staatsgelder und seine Macht missbraucht haben, so konnte er sich ein goldenes Boot und eine goldene Statue von Mao Zedong leisten. Nun ist gegen Ex-Generalleutnant Gu Junshan Anklage erhoben worden.

Pompöse Residenz: So lebte Gu Junshan in Puyang
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Pompöse Residenz: So lebte Gu Junshan in Puyang


Peking - Mehr als zwei Jahre lang wurde gegen Gu Junshan ermittelt, nun wurde die Anklage gegen den ranghohen chinesischen Militärangehörigen erhoben. Die Vorwürfe: Veruntreuung, Bestechung, Missbrauch von Staatsgeldern und Machtmissbrauch. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag und beruft sich auf die Militärstaatsanwaltschaft. Der Zeitung "Global Times" zufolge ist der frühere Generalleutnant und einstige Vizechef der Militärlogistik seit 2006 der ranghöchste Militär, der sich vor Gericht verantworten muss.

Seinen Reichtum soll Gu nicht gerade versteckt haben: Bei den Ermittlungen sollen etwa ein goldenes Boot, ein goldenes Waschbecken und eine goldene Statue von Mao Zedong beschlagnahmt worden sein, berichtete das Magazin "Caixin". Im Januar hatten staatliche Medien berichtet, dass der ehemalige Generalleutnant Dutzende Wohnungen im Zentrum von Peking und eine stattliche Villa in der zentralen Provinz Henan besitzen soll.

Mächtige "Tiger" und bescheidene "Fliegen"

Den Kampf gegen Korruption hatte sich Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping bei seinem Amtsantritt vor rund einem Jahr auf die Fahne geschrieben. Er warnte davor, die grassierende Bestechung von Funktionären könne langfristig die Kommunistische Partei zerstören. Dabei wolle er beides im Blick haben: die mächtigen "Tiger" und die bescheidenen "Fliegen".

Bei den Ermittlungen gegen Gu half offenbar der 70-jährige Xu Caihou, der im vergangenen Jahr als Vizevorsitzender der zentralen Militärkommission zurückgetreten ist. Während der Untersuchung befand dieser sich unter virtuellem Hausarrest, zitiert Reuters Quellen. Als einer von Gus Hauptunterstützern bei dessen Aufstieg habe Xu angeblich Gus Unzulänglichkeiten ignoriert oder zumindest nicht darüber Bericht erstattet.

Weder Xu noch Gu standen der Nachrichtenagentur Reuters für einen Kommentar zur Verfügung. Unklar bleibt, ob sie Anwälte haben.

vek/AFP/Reuters



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bluejuly 01.04.2014
1. In
dessen Haut möchte ich jetzt nicht stecken. Eine Anklage wegen Korruption gegen einen derart hohen Beamten ist praktisch gesehen in China bereits ein Schuldspruch. Wenn er Lebenslang hinter Gitter kommt hat er nochmal Glück gehabt.
Weltoffen 01.04.2014
2. Kampf gegen Korruption ist in China nur ein Machtkampf
Es wiederholt sich fast schon bei jedem Wechsel eines neuen KP-Parteichefs:als Jiang Zemin pensioniert wurde,schaltete sein Nachfolger Hu Jintao den OB und zugleich Politbüromitglied Chen aus.Später fiel das Polibüromitglied Bo in Ungnade.Nach der Pensionierung von Hu ist Xi Jinping der "Korruptionsbekämpfer". Diesmal trifft es das Mitglied des ständigen Ausschusses des Politbüros und Sicherheitschef Zhou sowie den hier genannten Generalleutnant Gu.All diese Topkader haben eins gemeinsam.Sie haben zuviel Macht angehäuft und sind deshalb den neuen Parteichefts ein Dorn im Auge. Noch etwas ist symptomatisch für sie:Alle haben riesige Reichtümer angehäuft (Sicherheitschef und Politbüromitglied 14.5 Mrd.EUR),alle leben in Saus und Braus mit vielen Luxuslimousinen und goldenen Badezimmern und alle werden beschuldigt,viele Konkubinen zu haben.Soll man nun daraus schlußfolgern,daß immer nur die jeweiligen Gegner der Parzeichefs korrupt sind oder vielmehr alle höheren KP- Kader?14.5 Mrd. EUR für einen der 8 mächtigsten Männer Chinas zeugen jedenfalls nicht gerade von einer Führungsschicht,für die das Volk Priorität hat.Die Verteidigung dieser immensen Privilegien sind wohl auch der Grund,warum man Dissidenten und Oppositionelle brutal unterdrückt, Pressezensur pflegt und das Internet total überwacht,daß selbst Facebook,Youtube und z.B. Twitter unzugänglich sind.Soweit zu Parteichef Xi's heldenhaften Kampf gegen Korruption.
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