Nach Attentat in Christchurch Neuseeland verbietet Sturmgewehre und halbautomatische Waffen

Der Anschlag in Christchurch ist noch keine Woche her, da hat Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern ihre Ankündigung bereits umgesetzt und bestimmte Waffen und Zurüstteile verboten - ab sofort.

Jacinda Ardern
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Neuseeland verbietet ab sofort alle Sturmgewehre und halbautomatischen Gewehre. Das hat Premierministerin Jacinda Ardern in Wellington angekündigt. Sie reagierte damit auf das Massaker in zwei Moscheen in Christchurch am vergangenen Freitag. Dabei waren 50 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden.

Das Verbot trete sofort in Kraft, sagte Ardern. Eine entsprechende Gesetzgebung durch das Parlament solle im kommenden Monat folgen. Mit dem sofortigen Verbot solle verhindert werden, dass derartige Waffen gehortet werden. "Es geht um uns alle", sagte Ardern. "Es ist im nationalen Interesse. Und es geht um Sicherheit."

Auch spezielle Zurüstteile, mit denen Gewehre zu militärischen Waffen aufgerüstet werden können, sollen demnach unter das Verbot fallen. Zudem werde von der Regierung ein Plan erarbeitet, um Waffen aus Privatbesitz der Bürger aufzukaufen. "Kurz gesagt, es wird jede Art von halbautomatischen Waffen, die bei dem Terroranschlag am vergangenen Freitag benutzt wurde, in diesem Land verboten", sagte Ardern zum Abschluss ihrer Erklärung.

Sie hatte bereits kurz nach dem Attentat angekündigt, das Waffenrecht im Land verschärfen zu wollen - und dafür viel Lob bekommen. In Wellington sagte sie nun: Die Zeit, in der diese Waffen massenweise und leicht zu bekommen seien, müsse enden. "Und heute ist es so weit."

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Erst am Mittwoch waren die ersten Opfer des Terroranschlags beerdigt worden. Am Freitag - genau eine Woche nach der Tat - sollen im ganzen Land zwei Schweigeminuten eingelegt werden. Ardern kündigte zudem eine nationale Trauerfeier zu einem späteren Zeitpunkt an.

aar/dpa/AFP



insgesamt 176 Beiträge
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alrassatmi 21.03.2019
1. Respekt
man kann sich vor Frau Ardern nur verneigen Eine Frau ein Wort einfach nur Respekt
Naturrecht 21.03.2019
2. Das "Sturmgewehr"
Grundsätzlich begrüße ich die Verschärfung des Waffengesetz in Neuseeland. Es gibt aber Dinge, die mich stören. Der Artikel spricht von sogenannten Sturmgewehren. Es gibt leider keine wirklich Definition, was ein Sturmgewehr ist. Es gibt Jagdgewehre, die ein viel höheres Kaliber als beispielsweise die AR-15 haben. Ob ein Gewehr halbautomatisch ist oder nicht scheint auch kein trennscharfes Merkmal für Sturmgewehre zu sein, da Sturmgwehre explizit in der Artikelüberschrift neben halbautomatischen Waffen gennant werden. Das Mauser Modell 98 war ursprünglich auch ein militärisches Gewehr, welches jedoch nicht halb automatisch ist. Sind solche Waffen auch verboten? Ich finde den deutschen Ansatz des Waffenrechts besser. In Deutschland braucht man im Gegensatz zu Neuseeland einen "guten" Grund (Jäger oder aktiver Sportschütze), um eine Waffe zu kaufen oder zu besitzen. Dieser Grund wird immer wieder überprüft. Sprich in Neuseeland wird es weiterhin möglich, sein einen Rebolver grundlos zu erwerben. In Deutschland ist sowas (zum Glück) undenkbar.
dereuropaeer 21.03.2019
3. Waffenkontrolle und neue Gesetze in Neuseeland
An dieser Premierministerin sollten sich die USA ein Beispiel nehmen. Aber Mr. Trump hat soviel Geld von NRA fuer seinen Praesidentschaftswahlkampf bekommen, dass er keien Gesetze gegen die Waffenlobby erlassen kann. Das ist Korruption auf hoechster Ebene, aber den Amerikanern scheinbar egal.
der IV. Weg 21.03.2019
4. Endlich
macht man (bezeichnenderweise eine Frau) das Richtige! Die Zeiten für lasche Waffengesetze müssen ein für alle mal vorbei sein. Es ist viel zu gefährlich geworden, denn die Verrückten werden nicht weniger, sondern von Tag zu Tag mehr.
bernteone 21.03.2019
5. Das nenne ich Politik
Ankündigung , der politische Wille und Gesetz alles in einer Woche . Wenn in Europa und speziell in Deutschland ähnlich auf Krisen reagiert würde , wir wären Lichtjahre weiter . Meine Hochachtung für die Neuseeland und ihre Regierung . So sollte Politik gemacht werden .
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