Nach Attentat in Christchurch Neuseeland verbietet Sturmgewehre und halbautomatische Waffen

Der Anschlag in Christchurch ist noch keine Woche her, da hat Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern ihre Ankündigung bereits umgesetzt und bestimmte Waffen und Zurüstteile verboten - ab sofort.
Jacinda Ardern

Jacinda Ardern

Foto: EDGAR SU/ REUTERS

Neuseeland verbietet ab sofort alle Sturmgewehre und halbautomatischen Gewehre. Das hat Premierministerin Jacinda Ardern in Wellington angekündigt. Sie reagierte damit auf das Massaker in zwei Moscheen in Christchurch am vergangenen Freitag. Dabei waren 50 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden.

Das Verbot trete sofort in Kraft, sagte Ardern. Eine entsprechende Gesetzgebung durch das Parlament solle im kommenden Monat folgen. Mit dem sofortigen Verbot solle verhindert werden, dass derartige Waffen gehortet werden. "Es geht um uns alle", sagte Ardern. "Es ist im nationalen Interesse. Und es geht um Sicherheit."

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Auch spezielle Zurüstteile, mit denen Gewehre zu militärischen Waffen aufgerüstet werden können, sollen demnach unter das Verbot fallen. Zudem werde von der Regierung ein Plan erarbeitet, um Waffen aus Privatbesitz der Bürger aufzukaufen. "Kurz gesagt, es wird jede Art von halbautomatischen Waffen, die bei dem Terroranschlag am vergangenen Freitag benutzt wurde, in diesem Land verboten", sagte Ardern zum Abschluss ihrer Erklärung.

Sie hatte bereits kurz nach dem Attentat angekündigt, das Waffenrecht im Land verschärfen zu wollen - und dafür viel Lob bekommen. In Wellington sagte sie nun: Die Zeit, in der diese Waffen massenweise und leicht zu bekommen seien, müsse enden. "Und heute ist es so weit."

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Erst am Mittwoch waren die ersten Opfer des Terroranschlags beerdigt worden. Am Freitag - genau eine Woche nach der Tat - sollen im ganzen Land zwei Schweigeminuten eingelegt werden. Ardern kündigte zudem eine nationale Trauerfeier zu einem späteren Zeitpunkt an.

aar/dpa/AFP
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