Angriff auf Ägyptens Christen Extremisten töten achtjähriges Mädchen

Nach einer Hochzeitsfeier in Ägyptens Hauptstadt Kairo standen am Sonntag mehrere Gäste vor einer Kirche. Dann eröffneten Angreifer das Feuer - sie erschossen drei Menschen. Unter den Opfern ist ein achtjähriges Mädchen.

Trauernde Ägypter am Tatort: Angreifer konnte entkommen
AP/dpa

Trauernde Ägypter am Tatort: Angreifer konnte entkommen


Kairo - Der Angriff ereignete sich am Sonntag vor einer Kirche in der ägyptischen Hauptstadt Kairo: Vom Rücksitz eines Motorrades schoss ein Mann willkürlich in eine Gruppe von Menschen, die während einer christlichen Hochzeit vor dem Gotteshaus stand. Er tötete drei Menschen. Die Nachrichtenagentur dpa meldet sogar vier Tote. Unter den Opfern ist ein achtjähriges Mädchen, teilte das ägyptische Innenministerium mit.

Zwölf weitere Besucher der Hochzeit in der koptischen Jungfrau-Maria-Kirche wurden nach Angaben von Krankenhausärzten verletzt. Der Schütze und der Fahrer des Motorrades konnten entkommen. Die Polizei leitete in dem Kairoer Vorort Al-Waraak eine Großfahndung ein.

Kirchenbesucher kritisierten, dass schon seit Monaten keine Polizisten mehr zur Bewachung des Gotteshauses abgestellt worden waren. Die linke Tagammu-Partei sah die Schuld für die Attacke bei den Muslimbrüdern. Ihnen warf sie nach Angaben des Nachrichtenportals "al-Ahram" vor, sie hätten Unfrieden zwischen den verschiedenen Religionsgruppen gesät.

Die ägyptische Muslimbruderschaft distanzierte sich in einer Erklärung ihres Pressebüros in London von dem Angriff. Die meisten führenden Mitglieder der Islamistenbewegung waren nach der Entmachtung von Präsident Mohammed Mursi durch das Militär Anfang Juli inhaftiert worden.

In Ägypten hatte es zuletzt mehrere gewaltsame Übergriffe auf Christen gegeben, allerdings nicht in Kairo. Der Angriff vom Sonntag war der erste in der Hauptstadt seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli.

Etwa sechs bis zehn Prozent der rund 84 Millionen Ägypter sind christliche Kopten. Sie stehen in der politischen Krise des Landes großteils auf Seiten der Gegner Mursis.

kgp/dpa/AFP



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