Chronik der Bin-Laden-Äußerungen 20 Erklärungen voller Hass

Insgesamt 20 Mal hat sich Terroristenführer Osama Bin Laden seit den Anschlägen des 11. Septembers 2001 öffentlich geäußert. Acht Videobotschaften, zehn Tonbandaufnahmen und zwei schriftliche Erklärungen wurden den Medien auf verschlungenen Kanälen zugespielt.


24. September 2001

Der arabische Nachrichtensender al-Dschasira zitiert aus einer Erklärung Bin Ladens, in der dieser Pakistan drängt, jeden Angriff der "amerikanischen Kreuzritter" auf Afghanistan zu bekämpfen.

7. Oktober 2001
Bin Laden verspottet den "ungläubigen" Bush wegen der Anschläge des 11. Septembers. Die USA könnten nicht in Frieden leben, wenn die Palästinenser dies nicht ebenso tun könnten, sagt er in einem Video, dass von al-Dschasira ausgestrahlt wird.

3. November 2001
In einem von al-Dschasira veröffentlichten Video nennt Bin Laden alle Muslime, die Bushs "Afghanistan-Kreuzzug" unterstützen, "Abtrünnige"

13. Dezember 2001
Auf einem Video, dass in einem verlassenen Haus in Afghanistan gefunden wird, ist Bin Laden zu sehen, wie er gegenüber Anhängern von der Planung und dem Erfolg des Terrorangriffs auf die USA berichtet. Dabei sagt er, er sei zwar hinsichtlich des Angriffs optimistisch gewesen, habe aber nicht zu hoffen gewagt, dass es gelingen könnte die Türme des World Trade Centers zum Einsturz zu bringen.

26. Dezember 2001
In einem von al-Dschasira ausgestrahlten Video sagt Bin Laden, mit den Angriffen des 11. Septembers hätten die USA dazu gebracht werden sollen, Israel nicht länger zu unterstützen.

31. Dezember 2002
CNN strahlt ein am 11. Oktober 2002 geführtes Interview eines al-Dschasira-Reporters mit Bin Laden aus. Darin sagt Bin Laden, die Schlacht sei in die Vereinigten Staaten verlegt worden.

19. Mai 2002
Bin Laden preist die Vorzüge des Märtyrertums in einem Video, das schätzungsweise zwei bis vier Monate alt ist. Dieses Video - aus dem Frühjahr 2002 - war bis zum gestern veröffentlichten Video die letzte TV-Botschaft des Terroristenführers.

10. September 2002
Genau einen Tag vor dem Jahrestag der Anschläge von New York und Washington veröffentlicht al-Dschasira ein Tonband, auf dem Bin Laden die Todespiloten des 11. Septembers 2001 lobt als "Männer, die den Lauf der Geschichte verändert haben".

6. Oktober 2002
Al Dschasira veröffentlich ein Tonband Bin Ladens, worauf dieser die USA vor einem "Angriff auf die muslimische Welt" warnt. Jeder solche Angriff werde zweifach heimgezahlt, droht der Qaida-Chef

14. Oktober 2002
Bin Laden lobt die anti-westlichen Terrorangriffe in Kuwait und Jemen. Zugleich droht er den USA und Israel mit weiteren Terrorattacken.

12. November 2002
In einem von al-Dschasira ausgestrahlten Tonband warnt Bin Laden die Alliierten der USA davor, die "Bande von Schlächtern im Weißen Haus" zu unterstützen.

19. Juli 2003
Eine in London erscheinende arabische Zeitung berichtet, Bin Laden habe eine Erklärung veröffentlicht, in der er die Muslime in aller Welt auffordert, ihre Differenzen zu begraben und gemeinsam zu kämpfen.

11. Februar 2003
Bin Laden nennt die irakischen Führer auf einem Tonband "Ungläubige" und ruft die Muslime zugleich dazu auf, die USA zu bekämpfen und jeden Angriff der Amerikaner auf den Irak zurückzuschlagen.

10. September 2003
Al Dschasira zeigt ein Video, auf dem Bin Laden und sein Stellvertreter al-Sawahiri bei einem gemeinsamen Spaziergang in bergigem Gelände zu sehen sind. Bin Laden spricht auf diesem Video nicht. Al-Sawahiri ruft zum Dschihad auf und preist die Attentäter des 11. Septembers.

18. Oktober
Bin Laden droht in zwei neuen Audiobotschaften mit neuen Anschlägen innerhalb und außerhalb der USA.

20. Dezember
Auf einer weiteren Tonbandaufzeichung attackiert Bin Laden die arabischen Staaten, die den amerikanischen Ruf nach mehr Demokratie unterstützten. Wörtlich beschimpft er diese als "Ungläubige" und "Agenten der Vereinigten Staaten".

4. Januar 2004
Al-Dschasira veröffentlich ein Tonband von Bin Laden, in dem dieser die Festnahme von Saddam Hussein erwähnt.

14. April 2004
Al-Dschasira veröffentlicht ein Tonband, in dem Bin Laden den Staaten Europas einen Waffenstillstand anbietet, falls diese ihre Truppen aus muslimischen Ländern abziehen würden. Zugleich droht er mit neuen Terroranschlägen in Europa und "Sturzbächen von Blut" falls die Europäer das Angebot nicht annehmen sollten.

6. Mai 2004
Eine islamistische Website veröffentlicht ein Tonband Bin Landens. Darin ruft er zum "heiligen Krieg" gegen die von den USA geführte Koalition im Irak auf und droht jedem Land mit neuem Terror, das diese Koalition unterstützt.

30. Oktober 2004
Die erste Videobotschaft seit über zwei Jahren: Bin Laden verspottet Bush und droht den Amerikanern mit neuen Terroranschlägen.



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