Chronik Schwere Unfälle von Atom-U-Booten

Die häufig geheim gehaltenen Untergänge von Atom-U-Booten zählten zu den spektakulärsten Pannen der Supermächte im Kalten Krieg. Nicht selten sanken die Unterseeboote auf Spionagefahrt vor "feindlichen" Küsten auf Grund. Eine Übersicht der schwersten Unfälle atomar betriebener U-Boote in den vergangenen Jahrzehnten:


Juli 1961:

An Bord des ersten atombetriebenen Atom-U-Boots der Sowjetunion tritt nach einem Riss in einem Rohr der beiden Reaktoren radioaktive Strahlung aus. Der Kapitän und sieben Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.

März 1968: Ein dieselbetriebenes sowjetisches U-Boot der Golf-2-Klasse mit drei Atomraketen an Bord sinkt im Pazifik.

1968: In der Barentssee sinkt nach US-Geheimdienstinformationen ein atomgetriebenes U-Boot der Sowjets mit 90 Männern auf Patrouillenfahrt. Taucher stellen später fest, dass die Besatzung ihre 30 Tage reichenden Nahrungsmittelvorräte verbraucht hatte. Das genaue Datum des Unfalls ist nicht bekannt.

Mai 1968: Die Scorpion (USA) sinkt mit 99 Mann Besatzung südwestlich der Azoren im Atlantik. Ursache der Katastrophe soll eine durch Fehlschaltung ausgelöste Torpedoexplosion gewesen sein.

April 1970: Ein sowjetisches Atom-U-Boot der November-Klasse mit 88 Mann Besatzung sinkt vor der spanischen Küste im Atlantik. Das U-Boot wurde mit zwei Atomreaktoren betrieben und hatte zwei Atomtorpedos an Bord.

Juli 1983:Vor Kamtschatka sinkt nach US-Angaben ein sowjetisches Atom-U-Boot der Charlie-I-Klasse mit 90 Seeleuten. Ein Leck in einem Abschussrohr soll die Unglücksursache gewesen sein.

August 1985: Die Reparaturanlage für atombetriebene Schiffe, Schkotow-22, wird durch eine Explosion verwüstet. Zehn Menschen kommen ums Leben, viele weitere sterben an den Folgen der Verstrahlung.

Oktober 1986: Ein russisches Atom-U-Boot der Yankee-Klasse sinkt etwa 1000 Kilometer nordöstlich von Bermuda. Das U-Boot hatte 16 mit zwei Atomsprengköpfen bestückte Raketen und vermutlich zwei Atomtorpedos an Bord.

April 1989: Nach einem Feuer an Bord sinkt ein Sowjet-U-Boot der Mike-Klasse vor der Nordküste Norwegens, 42 Besatzungsmitglieder kommen uns Leben. Das U-Boot war mit zwei Atomtorpedos bestückt. Das Boot wird versiegelt, in den kommenden 20 Jahren soll kein Plutonium entweichen können.

März 1993: Ein russisches Atom-U-Boot der Delta-3-Klasse stößt in der Barentssee mit einem Atom-U-Boot der USA zusammen. Beide Atom-U-Boote können zu ihren Stützpunkten zurückkehren.

März 1994: Zwischen Toulon und Korsika explodiert auf dem französischen Atom-U-Boot Emeraude ein Turbogenerator, Dampf strömt aus. Zehn Besatzungsmitglieder sterben durch Verbrühung oder Erstickung.



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