Chronologie Der lange Weg zur Kandidatur

Mehr als 16 Monate hat Hillary Clinton um die Nominierung als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten gekämpft. Mit dem schwarzen Senator aus Illinois, Barack Obama, lieferte sie sich in den Vorwahlen bis zuletzt ein erbittertes Duell. Ein Rückblick:


20. Januar 2007: Die ehemalige First Lady gibt offiziell ihre Bewerbung bekannt. Umfragen zufolge hat sie deutlich bessere Chancen als ihre Hauptkonkurrenten Obama und John Edwards.

10. Februar 2007: Barack Obama verkündete vor 18.000 Zuhörern in Springfield seine Präsidentschaftskandidatur.

3. Januar 2008: Obama gewinnt die erste Abstimmung in Iowa mit 38 Prozent der Stimmen. Clinton kommt mit 29 Prozent nur auf den dritten Platz hinter Edwards, für den 30 Prozent stimmen.

7. Januar: Bei einer Wahlkampfveranstaltung zeigt sich Clinton den Tränen nahe. "Es ist nicht leicht", antwortet sie auf eine Frage nach ihrem Befinden. Am Folgetag siegt sie überraschend mit 39 Prozent der Stimmen in New Hampshire. Der ursprüngliche Favorit Obama erhält 37.

19. Januar: Im US-Staat Nevada setzt sich die frühere First Lady mit 51 Prozent der Stimmen gegen Obama durch, der 45 Prozent erhält.

26. Januar: In South Carolina erreicht Clinton nur 27 Prozent der Stimmen, Obama 55. Mitverantwortlich für ihre Niederlage sind Experten zufolge die aggressiven und persönlichen Attacken Bill Clintons gegen Obama. Der Ex-Präsident hatte unter anderem das Thema Hautfarbe in die Schlagzeilen gebracht.

5. Februar: Der "Super-Dienstag" mit Wahlen in mehr als 20 Bundesstaaten bringt keinen eindeutigen Sieger. Obama gewinnt in 13, Clinton in 9, darunter aber wichtige Staaten wie Kalifornien.

10. Februar: Nachdem Clinton die Vorwahlen in Nebraska, Louisiana, Maine und im Staat Washington gegen Obama verloren hat, tritt ihre Wahlkampf-Chefin Patti Solis Doyle zurück. Wenige Tage später wirft deren Stellvertreter Mike Henry das Handtuch.

12. Februar: Obama siegt in Virginia, Maryland und der Bundeshauptstadt Washington. Bei den Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag liegt er erstmals vor Clinton.

19. Februar: Mit seinen Siegen in Wisconsin und Hawaii sind Obama zehn Siege in Folge gelungen. Er deklassiert Clinton mit einem jeweils zweistelligen Prozentpunkte-Vorsprung.

4. März: Die Senatorin feiert ein Comeback. Sie gewinnt in Ohio, Texas und Rhode Island. Nur in Vermont ist Obama erfolgreich. Clinton deutet an, sie könne sich Obama als Vizepräsidenten vorstellen.

6. März: Obama hat im Februar 55 Millionen Dollar (36,2 Millionen. Euro) an Spenden eingesammelt, Clinton 35 Millionen Dollar (23 Millionen. Euro).

6. April: Das Clinton-Lager teilt mit, dass der Chefstratege für den Vorwahlkampf, Mark Penn, um seine Entlassung gebeten hat.

22. April: Nach mehreren Niederlagen erringt Clinton in Pennsylvania einen klaren Sieg. Sie erhält 55 Prozent der Stimmen, ihr Rivale 45.

6. Mai: Obama baut seine Chancen weiter aus. In North Carolina erhält er 56 Prozent der Stimmen, Clinton 42 Prozent. In Indiana kann sie mit zwei Prozentpunkten Vorsprung einen hauchdünnen Erfolg verbuchen.

12. Mai: Obama übernimmt auch bei der Zahl der Superdelegierten die Führung, nachdem Clinton zum Auftakt der Vorwahlen noch einen Vorsprung von 100 hatte. Ihre Wahlkampfschulden belaufen sich US- Medien zufolge mittlerweile auf 20 Millionen Dollar (etwa 13 Millionen. Euro).

13. Mai: Nach einem klaren Sieg in West Virginia bekräftigt die Senatorin, dass sie nicht an einen Ausstieg denkt.

14. Mai: Nach monatelangem Zögern stellt sich der Ende Januar aus dem Rennen ausgestiegene Bewerber Edwards hinter Obama.

20. Mai: In Oregon kommt Obama nach CNN-Zählung auf 59 Prozent, Clinton auf 41. In Kentucky kann die Senatorin ihrem Rivalen eine schwere Niederlage zufügen. Sie gewinnt mit 65 zu 30 Prozent.

31. Mai: Der Partei-Regelausschuss entscheidet, dass die Delegierten Floridas und Michigans nur jeweils zur Hälfte ein Stimmrecht beim Nominierungsparteitag erhalten. Damit bleibt Obama in Führung. Clinton hatte verlangt, alle Stimmen zu zählen. Die Abstimmungen waren regelwidrig vorverlegt und deshalb zunächst nicht anerkannt worden. Clinton hatte beide gewonnen, allerdings stand Obamas Name in Michigan nicht auf den Wahlzetteln.

1. Juni: Clinton gewinnt die Vorwahl auf der Karibikinsel Puerto Rico laut CNN mit 68 Prozent der Stimmen. Obama erhält 32 Prozent. Bei den Delegiertenstimmen liegt er dennoch praktisch uneinholbar vorn.

3. Juni: Clinton gewinnt die Vorwahl in South Dakota, während Obama Montana für sich entscheidet. Schon kurz davor hatte Obama die magische Schwelle von 2118 Delegiertenstimmen überschritten.

ler/dpa



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