Chronologie Shelter Now-Mitglieder in den Fängen der Taliban




Hamburg - Fast 15 Wochen sind acht ausländische Mitarbeiter der Hilfsorganisation Shelter Now von den Taliban in Kabul inhaftiert gewesen. Die wichtigsten Etappen bis zur Befreiung:

3. August: Die Taliban nehmen die acht Männer und Frauen zusammen mit 16 afghanischen Mitarbeiter unter dem Vorwurf fest, christliche Missionierung betrieben zu haben. Die vier Deutschen sind der Kabuler Projektleiter Georg Taubmann und die Mitarbeiterinnen Silke Dürrkopf, Katrin Jelinek und Margrit Stebner. Mit ihnen kommen auch zwei Amerikanerinnen und zwei Australier ins Gefängnis .

14. August: Diplomaten der drei beteiligten Länder sprechen im Bemühungen um Freilassung der Ausländer erstmals mit Vertretern der Taliban. Kontakte mit den Inhaftierten werden erst später gewährt.

4. September: Das Verfahren beginnt hinter verschlossenen Türen. Die Angeklagten weisen die Vorwürfe entschieden zurück.

13. September: Nach den Terroranschlägen in den USA verlassen die westlichen Diplomaten Afghanistan.

2. Oktober: In Faxmitteilungen an die Shelter Now Germany klagen die Angeklagten über Isolation und Gesundheitsbeschwerden.

6. Oktober: Die Taliban bieten ihre Freilassung an, falls die USA nicht mehr mit Angriffen in Afghanistan drohten. Die USA und die Bundesrepublik lehnen jeden "Handel" ab. Außenminister Joschka Fischer sieht die Inhaftierten "faktisch in einer Geiselsituation".

14. Oktober: Die Gefangenen werden nach Informationen eines Angehörigen jede Nacht an einen anderen Ort verlegt.

24. Oktober: Der pakistanische Anwalt der vier Deutschen reicht in Kabul die Verteidigungsschrift ein. Danach bricht der Kontakt ab.

14. November: Nach dem Rückzug der Taliban vor den Truppen der Nordallianz werden die Verschleppten in einer Ortschaft südlich von Kabul befreit und in einem US-Hubschrauber nach Pakistan gebracht.



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