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29. November 2006, 17:36 Uhr

CIA-Affäre

Masri verlangt Entschuldigung von US-Regierung

Der nach eigenen Angaben von der CIA verschleppte und misshandelte Khaled el-Masri hat eine Entschuldigung der US-Regierung gefordert. Es sei für ihn auch wichtig, den Grund seiner Gefangennahme zu erfahren, sagte der Deutsch-Libanese.

Richmond - Masri gab sich zuversichtlich, dass seine Klage gegen die CIA nun doch zugelassen wird. "Ich habe wirklich Vertrauen in die amerikanische Justiz, und ich hoffe, dass wir weiterkommen", sagte Masri, der nach eigenen Angaben in einem CIA-Geheimgefängnis gefoltert wurde. Zuvor hatte er vor einem Berufungsgericht im US-Staat Virginia seine Forderung nach Zulassung einer Klage gegen den früheren CIA-Direktor George Tenet bekräftigt.

Masri forderte eine Entschuldigung der US-Regierung. Es sei für ihn auch von großer Bedeutung, den Grund seiner Gefangennahme zu erfahren. Der Deutsch-Libanese wirft dem US-Geheimdienst vor, ihn Anfang 2004 nach seiner Festnahme in Mazedonien nach Afghanistan verschleppt zu haben. Dort sei er geschlagen und monatelang in einem CIA-Gefängnis festgehalten worden, obwohl schon bald festgestanden habe, dass er bei seiner Festnahme Opfer einer Verwechslung geworden sei. Bei seiner Freilassung sei er dann "wie ein Stück Gepäck in einem Wald in Albanien" fallen gelassen worden, sagte Masri. "Sie sagten, sie wollten nichts mehr wissen und nichts mehr davon hören."

Bereits im Dezember vergangenen Jahres reichte Masri in den USA eine Klage gegen Tenet und drei private Unternehmen ein. Er fordert eine Entschädigung von mindestens 75.000 Dollar (57.000 Euro). Ein Bundesgericht lehnte im Mai die Zulassung der Klage ab mit der Begründung, dass bei einem Prozess Staatsgeheimnisse publik werden könnten, was die nationale Sicherheit gefährde. Gegen diese Entscheidung legte El Masri Rechtsmittel ein.

als/AP/dpa

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