CIA-Drohnen in Pakistan Obama prüft Ausweitung der Kampfzone

Unbemannte Drohnen des US-Geheimdienstes CIA bekämpfen Taliban in Pakistans Stammesgebieten - jetzt soll der umstrittene Einsatz auf weitere Regionen des Landes ausgeweitet werden, berichtet die "New York Times". Denn die radikalen Islamisten flüchten immer öfter in andere Provinzen.


Washington - Militante Islamisten versuchen, den Luftschlägen der USA in Pakistans Stammesgebieten zu entkommen - und weichen dabei in benachbarte Provinzen aus. Deshalb spiele die US-Regierung mit dem Gedanken, auch in diesen Regionen Kampfdrohnen einzusetzen, schreibt die "New York Times".

US-Präsident Barack Obama und seine Sicherheitsberater erwägen dem Bericht zufolge eine Ausweitung der offiziell nie bestätigten Raketenangriffe im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan. In zwei Berichten über den Militäreinsatz werde der Schluss gezogen, Ziele in und nahe der Stadt Quetta in der südlichen Unruhe-Provinz Belutschistan zu bekämpfen, berichtet die Zeitung. Von dort aus koordinierten Führer der Taliban Angriffe im Süden Afghanistans.

Die "New York Times" beruft sich dabei auf nicht näher genannte Regierungsvertreter. Hintergrund sei, dass aus den Stammesgebieten der Grenzregion viele Taliban und andere Extremisten aus Furcht vor Raketenangriffen mit unbemannten Drohnen der CIA in die benachbarten Regionen ausgewichen seien. Zu dem Schluss kämen zwei Expertengruppen unter der Leitung des Oberkommandierenden der US-Truppen in der Region, General David Petraeus, und des Generals Douglas Lute. Sie seien deshalb für die Ausweitung der Angriffe.

Obama hatte nach seinem Amtsantritt eine Überprüfung der US-Strategie für beide Länder angeordnet. In den vergangenen Monaten hatten die US-Streitkräfte ihren Kampf gegen muslimische Extremisten im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan bereits verstärkt, was bei der pakistanischen Regierung wiederholt auf Kritik stieß.

beb/Reuters

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