CIA-Skandal Ex-Botschafter fordert Rücktritt von Rove

In der Affäre um die Enttarnung einer CIA-Agentin hat deren Ehemann, der frühere Botschafter Joseph Wilson, den Rücktritt von US-Präsidentenberater Karl Rove gefordert.


Washington - Der Name seiner Frau sei vor zwei Jahren als Racheaktion für seine Kritik an der Begründung des Irak-Kriegs an die Medien verraten worden, behauptete Wilson im TV-Sender NBC. Roves Anwalt Robert Luskin hatte in der vergangenen Woche im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Newsweek" zugegeben, dass sein Mandant damals mit dem Journalisten Matthew Cooper vom "Time"-Magazin über Wilsons Frau gesprochen habe. Rove habe aber in dem Gespräch den Namen von Wilsons Frau nicht genannt. Die Enttarnung eines Undercover-Agenten ist nach den US-Gesetzen strafbar. Der Fall der enttarnten Agentin wird deshalb von einem Sonderermittler untersucht. Wilson sagte, dass seine Frau, die in den Medien unter ihrem Mädchennamen Valerie Plame bekannt ist, offiziell seinen Nachnamen angenommen habe. Deswegen tauge das Argument nicht, Rove habe in dem Gespräch den Namen der Agentin nicht genannt. "Er hat sie identifiziert", sagte Wilson.

Präsident George W. Bush nahm unterdessen mit einer symbolischen Geste seinen unter massiven Druck geratenen Chefberater in Schutz. Heute marschierte er Seite an Seite mit Rove vom Weißen Haus zu dem Hubschrauber, der beide in den US-Bundesstaat Indiana bringen sollte. Normalerweise schreitet der Präsident beim Gang zu seinem Helikopter immer weit vor seinen Gehilfen her, damit ihn die Kameras allein einfangen.



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