Clinton-Affäre Begnadigungen als Wahlhilfe für Hillary?

Die Amnestie-Affäre um Bill Clinton nimmt kein Ende. Die amerikanische Bundesanwaltschaft prüft offenbar, ob der damalige US-Präsident durch die Begnadigung von vier New Yorkern seiner Frau Hillary bei ihrer Wahl in den Senat geholfen hat.


Bill Clinton: Gezielte Hilfe für Hillary?
REUTERS

Bill Clinton: Gezielte Hilfe für Hillary?

New York - Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht die Frage, ob die Begnadigung der Männer im Zusammenhang mit dem Senatswahlkampf von Hillary Clinton stand. Das verlautete aus juristischen Kreisen in New York. Bei den Amnestierten handelt es sich um vier chassidische Juden, die sich Millionen Dollar öffentlichen Geldes für eine erfundene Religionsschule erschlichen und in ihrer Gemeinde an Schulen und Einwohner verteilt hatten. Die chassidische Gemeinschaft in New Square stimmte im November mit überwältigender Mehrheit für Hillary Clinton.

Die vier Beschuldigten haben ihre Schuld nicht bestritten, aber darauf hingewiesen, dass sie das Geld nicht für sich selbst verwendet haben. Am 22. Dezember empfing Clinton im Weißen Haus eine Abordnung der chassidischen Gemeinde, die sich für die Begnadigung der Verurteilten einsetzte. An dem Treffen nahm auch Hillary Clinton teil.

In Washington distanzierte sich die Senatorin unterdessen von ihrem Bruder Roger Rodham, der sich gegen ein Honorar von 400.000 Dollar für eine andere Begnadigung einsetzte. Ihr Bruder habe ein "furchtbare Fehlentscheidung" getroffen. Mit den Vorgängen habe sie nichts zu tun.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.