Comical-Ali Saddam will Kontrolle im Irak zurück

Neues vom unverbesserlichen Comical-Ali: Der für seine absurden Frontberichte bekannte irakische Ex-Informationsminister al-Sahhaf glaubt, dass Saddam Hussein aus seinem Versteck wieder seine Fäden spinnt. Er selbst trauert dem alten Regime noch nach.


Der unverbesserliche Sahhaf heute ...
AP/ ABU-DHABI TV

Der unverbesserliche Sahhaf heute ...

Abu Dhabi - "Ich weiß nicht, wo er sich jetzt genau aufhält, aber er ist auf jeden Fall im Irak", sagte er am Freitag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Abu Dhabi. Der gestürzte Präsident Saddam Hussein versuche, die Kontrolle im Irak zurückzugewinnen, fügte er hinzu.

Bei dem Interview machte Mohammed Said al-Sahhaf auf die Reporter einen deprimierten Eindruck und drückte deutlich seine Enttäuschung über das jähe Ende des alten Regimes im Irak aus. "Ich hätte nicht gedacht oder mir vorstellen können, dass Bagdad so einfach fallen würde", erklärte der von der US-Presse "Comical-Ali" genannte Ex-Politiker. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es zu einem Verrat innerhalb der Führung der damals regierenden Baath-Partei gekommen sei. "Ich war wirklich sehr frustriert, als ich sah, wie die Baath-Führung in Windeseile verschwand", erklärte al-Sahhaf.

Es wäre aus seiner Sicht besser gewesen, Präsident Saddam Hussein und seine Führung wären Anfang März dem Vorschlag von des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Said Bin Sultan Al Nahjan, gefolgt und zurückgetreten. Dieser Vorschlag, der dem Land den Krieg erspart hätte, war beim Arabischen Gipfel vorgebracht worden. Dass sich das alte Regime dem verweigert habe, sei der größte Fehler gewesen.

... und vor drei Monaten
AP

... und vor drei Monaten

In seiner Funktion als Informationsminister hatte er bei seinen Pressekonferenzen während des Krieges täglich den baldigen Sieg der Iraker über die "Zwerge, Gauner, Feiglinge und Ungläubigen" aus den USA und Großbritannien versprochen. Heute spielt er seine Rolle herunter: "Ich habe nur Instruktionen und Befehle der irakischen Führung ausgeführt", sagte er.

Als Minister sei er im Irak nichts als ein einfacher Beamter gewesen. Die eigentliche Macht habe in den Händen der Führung der Baath-Partei gelegen.

Al-Sahhaf war im Juni von den Amerikanern nach einem Verhör in Bagdad wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Er hatte den Irak in der Nacht zum Freitag verlassen und versucht nach Angaben aus Behördenkreisen in Abu Dhabi eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung für die Vereinigten Arabischen Emirate zu erhalten. Er träume von einer Rückkehr in den Irak, wenn sich die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Lage wieder gebessert habe.



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