Gedenken in der Normandie Die Welt feiert den D-Day

Laiendarsteller spielen die Landung der Alliierten am Omaha Beach nach: In der Normandie haben die Gedenkfeiern zum D-Day begonnen - 70 Jahre nach der großen Schlacht mit Hitler.

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Caen - Auftakt der D-Day-Feiern in der Normandie: Frankreichs Präsident François Hollande hat am Freitag ein Mahnmal für die zivilen Opfer der Militäraktion vor 70 Jahren eingeweiht. Damit wurde in Caen erstmals mit einer Gedenkstätte an die rund 20.000 Franzosen erinnert, die durch Luftangriffe der Alliierten am 6. Juni 1944 und die anschließenden Kämpfe ums Leben kamen.

Zur offiziellen Feier am Nachmittag in Ouistreham sind Staats- und Regierungschefs aus rund 20 Ländern geladen, aber auch rund tausend Veteranen sind in die Normandie zurückgekehrt. Laiendarsteller spielten am Omaha Beach die größte Landungsoperation der Geschichte nach, die am 6. Juni 1944 von westlicher Seite aus den Anfang der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus bedeutete.

Besonders aufmerksam dürfte aber auch der erste Auftritt von Russlands Präsident Wladimir Putin im Kreis westlicher Politiker seit der Eskalation der Ukraine-Krise verfolgt werden: Bei einem Treffen von Putin mit Kanzlerin Angela Merkel in Deauville soll nach russischen Angaben ein Plan präsentiert werden, um die schwerste Sicherheitskrise in Europa nach Ende des Kalten Krieges zu entschärfen. Auch Merkel hatte sich seit der international scharf kritisierten Annexion der Krim durch Russland vor knapp drei Monaten nicht mehr mit Putin getroffen.

Ob es am Rande der D-Day-Feierlichkeiten auch zu einem Treffen des Kreml-Chefs mit US-Präsident Barack Obama kommen wird, war im Vorfeld noch unklar. Obama, der Putin während seiner Europa-Reise immer wieder hart kritisiert hatte, schloss ein direktes Gespräch mit dem russischen Präsidenten nicht aus. "Sollten wir die Gelegenheit zum Reden haben, werde ich dieselbe Botschaft wiederholen, die ich ihm während der Krise gesagt habe. Wir werden sehen, was Putin in den nächsten zwei, drei, vier Wochen macht", sagte Obama. Bleibe Putin auf seinem Kurs, müsse er mit weiteren Strafmaßnahmen rechnen.

Am Donnerstagabend hatte Putin bereits in Paris den britischen Premier David Cameron getroffen. Cameron übermittelte dem Kreml-Chef nach Angaben einer Sprecherin "einige sehr klare und sehr deutliche Botschaften". Die beiden Politiker kamen auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle zusammen. Die russische Agentur Interfax meldete, bei der Begrüßung hätten beide Politiker einen Handschlag vermieden. Anschließend wurde Putin von Gastgeber Hollande im Elysée-Palast empfangen.

als/AFP/dpa

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br0iler 06.06.2014
1. Warum wird sowas
Warum wird sowas "gefeiert" ? Weil zigtausende Soldaten von Politikern an dem Tag auf beiden Seiten verheizt worden sind? Oder weil die England/USA/Frankreich am Ende des Krieges noch was ab haben wollten? Sonst hätten die Russen sich ganz Deutschland unter den Nagel gerissen. Machen wir uns mal nichts vor. Den Löwenanteil am Sieg über Nazideutschland hatten die Russen. Die hätten es auch ohne D-Day geschafft. Hätte vermutlich paar Wochen länger gedauert, aber der Untergang Nazideutschlands war bereits besiegelt. Der Einstieg der westlichen Allierten war für den Westen nötig, sonst hätten wie gesagt die Russen alles bekommen. Die Russen feiern aber nicht jährlich "ihren Sieg". Das Thema wurde vor 30Jahren abgehakt. Sollten man hier auch langsam tun. Geschichte ist Geschichte. Man soll den Gefallenen in ruhiger Runde gedenken und gut ist. Kein Medientamtam, x-ten Hollywoodfilm usw.
prophet46 06.06.2014
2. Kriegskarneval
Zitat von sysopREUTERSTausend Veteranen sowie Staats- und Regierungschefs aus 20 Ländern: Unter einem strahlend blauen Himmel haben in der Normandie die Gedenkfeiern zum D-Day begonnen - 70 Jahre nach der Landung der Alliierten in Frankreich. http://www.spiegel.de/politik/ausland/d-day-gedenkfeiern-in-der-normandie-a-973746.html
Wer um den 6. Juni herum einmal an den Landungsstränden der Normandie war, konnte sich selbst davon überzeugen, was für ein Kriegszirkus in dieser Zeit dort abgeht. Kriegsbegeisterte (Warnuds) fahren als Amis oder Tommies verkleidet in ihren Miltärjeeps und Lastwagen durch die Gegend und stellen gewichtig ihren Sieg zur Schau. Auch Wehrmachtler mit deutschen Zulassungsnummern sind unter den Kriegsdarstellern. Heute ein Kriegskarneval, wo vor 70 Jahren am ersten Tag der Landung über 3000 Menschen starben.
Dominik Wagner 06.06.2014
3. Die Welt feiert den D-Day?
Krieg kennt keine Gewinner. Alle Beteiligten haben viele Menschen verloren. Daher sehe ich auch am heutige Tag keinen Grund zum Feiern. Eher zum Trauern und Gedenken an die Menschen die für ihr Land gestorben sind.
pennywise 06.06.2014
4.
Zitat von sysopREUTERSTausend Veteranen sowie Staats- und Regierungschefs aus 20 Ländern: Unter einem strahlend blauen Himmel haben in der Normandie die Gedenkfeiern zum D-Day begonnen - 70 Jahre nach der Landung der Alliierten in Frankreich. http://www.spiegel.de/politik/ausland/d-day-gedenkfeiern-in-der-normandie-a-973746.html
Am lautesten werden sich wohl die USA feiern. Denn die haben nach WK 2 immer nur eins auf den Sack gekriegt. Sogar ein paar Drogenbarone und Islamisten haben ihnen so zugesetzt, dass sie nun ein Land wie geprügelte Hunde verlassen. Nun komme man mir nicht mit Golfkrieg II. Das war kein Krieg mit Bodeneinsatz. Das war ein gnadenloses Ausnutzen der Luft- überlegenheit. Und die Briten müssen auch Eier zeigen. Schließlich wollen sie ja dem kleinen verängstigten Rußland (wieviele ICBMs hat Putin ?!) ja "klare Botschaften" übermitteln.
nathan13 06.06.2014
5. Gewiß...
Krieg mit all seinen Folgen ist eigentlich kein Grund zum Feiern. Trotzdem bin ich den Menschen unendlich dankbar, die ihr Leben ließen um uns von einem der abscheulichsten Monster, die jemals geherrscht haben zu befreien. Und ich wäre gerne vor Ort gewesen um mich persönlich bei den Veteranen, die diesen Wahnsinn überlebt haben, zu bedanken. Und wenn sie es so feiern möchten, dann kann ich es in gewisser Weise nachvollziehen und würde mich in Grund und Boden schämen auch nur einen Gedanken dagegen zu äußern.
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