D-Day-Feiern Die Queen bedankt sich bei den Veteranen

Donald Trump, Angela Merkel und Emmanuel Macron als Gäste von Queen Elizabeth II.: Im britischen Portsmouth nahmen Staats- und Regierungschefs an der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag des D-Days teil.

Guillaume Souvant/ AFP

Elizabeth II. hat sich bei der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie ausdrücklich bei den Veteranen bedankt. Ihr Vater, König George VI., habe damals einen neuen Geist und eine unbezwingbare Entschlossenheit gefordert, sagte die Queen im südenglischen Portsmouth. "Genau das haben viele mutige Männer in die Schlacht mitgebracht, da das Schicksal der Welt von ihrem Erfolg abhing", betonte die Königin. Viele junge Leute seien aber nie von dort zurückgekehrt.

Auch auf ihr Alter spielte die 93-Jährige bei der Zeremonie an: "Als ich an der Gedenkfeier zum 60. Jahrestag der Landung des D-Days teilnahm, dachten einige, es könnte das letzte derartige Ereignis sein. Aber die Kriegsgeneration, meine Generation, ist widerstandsfähig - und ich freue mich, heute mit Ihnen in Portsmouth zusammen zu sein."

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Die Queen stand zuvor mehrmals mit den anderen Gästen auf, als Veteranen die Bühne betraten. Die meisten Gäste waren dunkel gekleidet. Die Königin stach jedoch mit einem pinkfarbenen Mantel und Hut heraus; sie liebt auffallende Farben. Auch Premierministerin Theresa May setzte einen farblichen Akzent mit einer mintfarbenen Jacke.

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D-Day: Bei der Queen zu Gast

An der Veranstaltung nahmen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Donald Trump, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Thronfolger Prinz Charles teil. Rund 300 Veteranen sollten nach den Feierlichkeiten in Portsmouth auf dem Seeweg in die Normandie gebracht werden - in Erinnerung an die gefährliche Reise, die die vielen Soldaten im Juni 1944 über den Ärmelkanal antraten.

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Trump trug Auszüge eines Gebets vor, das der damalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt während seiner Radioansprache sprach, als er die Nation über den Militäreinsatz in der Normandie informierte.

Macron las den letzten Brief des französischen Widerstandskämpfers Henri Fertet an dessen Eltern vor. "Die Soldaten kommen, um mich abzuholen. Ich muss mich beeilen", hieß es in dem Brief. "Ich habe keine Angst vor dem Tod, mein Gewissen ist völlig rein", schrieb er nach 87 Tagen Haft und Folter an seine Eltern. Fertet wurde 1943 im Alter von 16 Jahren hingerichtet.

Merkel bezeichnete das gemeinsame Eintreten der westlichen Siegermächte des Zweiten Weltkriegs und Deutschlands für Frieden und Freiheit als "Geschenk der Geschichte". Die Landung der Alliierten in der Normandie habe Deutschland letztendlich die Befreiung vom Nationalsozialismus gebracht und die Grundlage für die Nachkriegsordnung gelegt, sagte sie.

Die Landung der Alliierten in der Normandie 1944 hatte maßgeblich zur Niederlage Nazi-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg beigetragen. Mehr als 130.000 Soldaten aus den USA, Kanada und Großbritannien landeten damals an fünf Stränden in Nordfrankreich, gut 20.000 weitere Soldaten sprangen mit Fallschirmen über der Region ab.

Video: Als Bomben der Alliierten die Normandie trafen

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    Die Dokumentation "D-Day - Die Schlacht um die Normandie" läuft am Donnerstag, 6. Juni um 22:00 Uhr auf dem Pay-TV Sender SPIEGEL Geschichte, der über Sky zu empfangen ist.

als/dpa/AFP



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archi47 05.06.2019
1. Es ist gut, das wir wie selbstverständlich
wieder zur Völkerfamilie gehören. Letztendliche haben die Allierten uns vor einer immerwählrenden Knechtschaft in der Nazideologie bewahrt. Mein Onkel hat sich 17jährig anläßlich der Invasion freiwillig gemeldet. Er hatte einen echten Nazi als Berufschullehrer, der alle dahingehend indoktrinierte. 14 Tage später war er tot. Er war den Jüngste meiner Oma und sie hat Zeit ihres Lebens ihrem Bernhard gedacht. Diese Hitlerjungen haben sie u. a. auf Fahrräder gesetzt, die mit Panzerattrapen behängt waren. Sie sollten den US-Patton-Panzern Angst einflößen. Die Jugendlichen waren schimmstes Kanonenfutter für einige Stunden Verzögerung. Leider sind die Barberei eines Krieges weitgehend vergessen. Während ich aufgewachsen bin, ist mir aber eines aufgefallen. Alle diejenigen, die wirklich an der Front waren, großteil verletzt zurückkamen, hatten dem Faschismus abgeschworen. Diejenigen aber, die in der Etappe oder zu Hause Dienst taten, auch die hohen Ränge hinter der Front, die waren schnell wieder mit "starken" Worten dabei ...
Neandiausdemtal 05.06.2019
2. Krieg ist Wahnsinn
Sie haben gegen unsere Väter und Großväter gekämpft und diese zusammengeschossen und getötet und ihnen selbst, den alliierten Soldaten, ist das gleiche widerfahren. Wir müssen ihnen dankbar sein. Ich kann das bis heute nicht unter einen emotionalen Hut bekommen und bin genau deswegen für ein vereintes Europa.
ReinhardHasch 05.06.2019
3. Falsch
Herr Trump Sie sind dort falsch. Sie haben in Vietnam nicht für ihr Land gekämpft, im Gegenteil Sie haben sich 3x zurückstellen lassen. Also sollten Sie Feiern dehnen überlassen welche dafür eingestanden sind.
WolfThieme 05.06.2019
4. Nie wieder !
Der scheidende EU-Chef Juncker hat gesagt, wer gegen ein vereintes Europa ist, sollte sich Soldatenfriedhöfe ansehen. Ich war in der Normanie und sah Tausende, Tausende von Kreuzen von meist jungen Soldaten, die ihr Leben eigentlich noch vor sich gehabt hätten. Ich war in Stalingrad, heute Wolgograd, wo sich vor der Stadt eine Steppe entfaltet, in der noch viele vermisster Soldaten liegen und jeden Tag Verscharrte gefunden werden. Und dann sehe ich Plakate wie "Deutschland: Vizeweltmeister 1945": wirklich sehr komisch. Ich kann leider nicht sagen, was ich von den Verfassern charakterlich halte, sonst wird der Beitrag nicht veröffentlicht.
ingofischer 05.06.2019
5. Bitte auch mal in gleicher Weise an die Russischen Kriegsopfer denken
Richtig und wichtig ist es an den D-Day zu gedenken und ihn zu feiern. Schade eigentlich, dass es anlässlich der Gedenkfeiern russischer Kriegserfolge in Deutschland keine große Resonanz gibt, obwohl ja zweifelsohne Russland ein vielfaches an Menschenleben und Material geopfert hat.
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