D-Day-Feier May und Macron legen Grundstein für Gedenkstätte

75 Jahre nach der Landung der Alliierten in der Normandie soll in Frankreich eine Gedenkstätte für britische Soldaten entstehen. Den ersten Stein setzen nun Theresa May und Emmanuel Macron.

Macron und May: Für die britische Premierministerin wird es eine der letzten Amtshandlungen sein
Philippe Wojazer/AP

Macron und May: Für die britische Premierministerin wird es eine der letzten Amtshandlungen sein


In Frankreich haben die Gedenkveranstaltungen zum D-Day begonnen. Der französische Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May haben dabei genau 75 Jahre nach der Landung der alliierten Truppen im Zweiten Weltkrieg den Grundstein für eine britische Gedenkstätte in der Normandie gelegt. An den Stränden seien damals im Morgengrauen junge Männer gelandet, von denen zuvor viele noch nie einen Fuß auf französischen Boden gesetzt hätten, erinnerte Macron an die Militäroperation.

Die Gedenkstätte in Ver-sur-Mer werde die Tausenden Soldaten aus Großbritannien ehren, die ihr Leben in der Normandie verloren haben. "Wir verdanken unsere Freiheit den Veteranen", fügte Macron auf Englisch hinzu.

Es sei unglaublich bewegend, an diesem Ort zu sein, sagte May. "Hier in der Normandie erinnern wir uns für immer an ihren Mut, ihr Engagement und ihre Entschlossenheit", sagte die scheidende britische Premierministerin über die Soldaten. Es sei unmöglich zu begreifen, welchen Mut diese damals aufgebracht hätten.

Weitere Gedenkveranstaltung in Frankreich mit Trump am Nachmittag

Macron und May legten nach einer Schweigeminute gemeinsam einen Kranz an einem Gedenkstein nieder. Die französische und die englische Hymne erklangen, Dudelsäcke spielten.

Der sogenannte D-Day markiert den Auftakt der Befreiung Europas vom nationalsozialistischen Deutschland vom Westen her und den Beginn des Siegeszugs einer demokratischen Bewegung in aller Welt. Er steht aber auch für ein unmenschliches Blutvergießen, Zehntausende Tote und Verwundete. Damals waren Zehntausende Soldaten von der britischen Küste aus in Richtung Frankreich aufgebrochen.

May, Macron und andere Staats- und Regierungschefs wie US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten bereits am Mittwoch an einer Zeremonie in der südenglischen Hafenstadt Portsmouth teilgenommen. Trump wird am Vormittag zu einer weiteren Gedenkveranstaltung auf dem US-Militärfriedhof Colleville-sur-Mer bei Bayeux erwartet.

asc/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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vulcan 06.06.2019
1.
Normalerweise ist ja auf das Getue von Politikern nicht viel zu geben, aber hier stimmt es. Wer einmal auf den Friedhöfen gestanden hat, sollte wissen, was ich meine. Noch intensiver irgendwie die Gedenkstätten für den ersten Weltkrieg wie z. B. Thiepval.
brux 06.06.2019
2.
Zitat von vulcanNormalerweise ist ja auf das Getue von Politikern nicht viel zu geben, aber hier stimmt es. Wer einmal auf den Friedhöfen gestanden hat, sollte wissen, was ich meine. Noch intensiver irgendwie die Gedenkstätten für den ersten Weltkrieg wie z. B. Thiepval.
Stimmt Das Problem ist aber, dass viele Menschen Le Pen, Farage und Gauland hinterher laufen, obwohl diese genau das System vorschlagen, das regelmässig zu Krieg geführt hat.
Zuspitze 06.06.2019
3. Es mag Deutsche geben, die diese Feierlichkeiten
als Demütigung empfinden. Wir sollten uns aber glücklich schätzen, dass das sogenannte Hitlerdeutschland nach dieser Invasion endgültig am Ende war. Es hat uns Deutschen Frieden, Demokratie, Wohlstand und Freiheit geschenkt! All das, was viele von uns wieder vergessen haben oder mit den Füßen treten. Die Übermutgesellschaft befindet sich gerade auf dem Weg, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Aus Egoismus, Gier, Dummheit und Ignoranz. Aber noch ist es nicht zu spät. Die noch die Zukunft vor sich haben - die Jungen - können es aktiv und durch ihre Stimmen verhindern. Sie müssen es nur tun.
mirage122 06.06.2019
4. Ruhig mal die Zeit nehmen!
Sicher, man kann die Augen zumachen und vielleicht die Meinung vertreten, dass es mich ja nicht mehr betrifft. Es schadet aber keinesfalls, wenn man an einen Soldaten-Friedhof nicht vorbei geht, wenn man Omas Grab besucht, sondern einfach mal innehalten, damit solche Dinge nie wieder passieren.
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