Dadaab: Das größte Flüchtlingscamp der Welt
Größtes Flüchtlingslager weltweit Uno ernennt Beauftragten für somalische Flüchtlinge
Das Uno-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hat erstmals einen Repräsentanten speziell für die Flüchtlinge eines Landes ernannt: Sonderbeauftragter für die Lage somalischer Flüchtlinge ist nun der kenianische Diplomat Mohamed Abdi Affey.
Die Situation der Somalier ist prekär: Mehr als eine Million sind vor der Gewalt in ihrem Heimatland geflohen und harren in Lagern in Äthiopien, Kenia, Uganda, in Dschibuti und im Jemen aus. Die meisten von ihnen, wohl mehr als 300.000, leben im kenianischen Dadaab unweit der somalischen Grenze im derzeit größten Flüchtlingscamp der Welt.
Kenia hatte im Mai angekündigt, das Camp in Dadaab bis zum Jahresende schließen zu wollen. Auf diese wachsende "Asyl-Müdigkeit" Kenias soll Affay reagieren und, wo es die Sicherheitslage zulasse, die Rückkehr somalischer Flüchtlinge in ihr Heimatland organisieren.
Zuletzt hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch der kenianischen Regierung vorgeworfen, die Flüchtlinge in Dadaab im Stich zu lassen und sie mit Drohungen und falschen Angaben über die Sicherheitslage zu einer Rückkehr in das Bürgerkriegsland zu drängen. In Somalia führt die radikalislamische Schabab-Miliz seit langem Krieg gegen die Regierung in Mogadischu. Kenia, weitere ostafrikanische Staaten, die USA und Großbritannien kämpfen zusammen mit somalischen Regierungstruppen gegen die Islamisten.
Wichtigste Aufgabe des neuen Sonderbeauftragten Affey wird die Umsetzung eines UNHCR-Plans für Dadaab aus dem Juli: Demnach sollen gut 30.000 Bewohner Dadaabs in das wesentlich kleinere kenianische Flüchtlingslager von Kakuma umgesiedelt werden. Außerdem soll verifiziert werden, dass nur tatsächlich Hilfsbedürftige in Dadaab leben: Es sollen sich nach Schätzungen bis zu 42.000 Kenianer in der Flüchtlingsstadt aufhalten, die dort unrechtmäßig registriert wurden. Für 50.000 weitere Flüchtlinge, die tatsächlich freiwillig nach Somalia zurückkehren wollen, soll es zusätzliche Hilfsangebote geben.
Den zusätzlichen Bedarf für diesen Plan hatte das UNHCR im Juli auf 115 Millionen US-Dollar beziffert. Bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen hatte Kenia zuletzt mehr internationale Finanzhilfen für die Versorgung der Flüchtlinge in den Lagern von Dadaab und Kakuma gefordert.