Vereitelter Anschlag Dänemark fordert EU-Sanktionen gegen Iran

Dänemark wirft dem iranischen Geheimdienst vor, einen Anschlag auf drei in Skandinavien lebende Oppositionelle geplant zu haben. Nun fordert Kopenhagen eine harsche Reaktion der EU in Richtung Teheran.

Dänemarks Außenminister Anders Samuelsen
AFP

Dänemarks Außenminister Anders Samuelsen


Dänemarks Außenminister Anders Samuelsen berät mit seinen europäischen Amtskollegen über mögliche neue Wirtschaftssanktionen gegen Iran. Auslöser sind Ermittlungen des dänischen Inlandsgeheimdienstes PET. Demnach soll der iranische Geheimdienst ein Attentat auf drei Iraner in dem skandinavischen Land geplant haben.

Ziel des geplanten Anschlags seien mutmaßliche Mitglieder der Arabischen Kampfbewegung zur Befreiung von Ahwas (ASMLA) gewesen. Ahwas ist eine mehrheitlich von ethnischen Arabern bewohnten Stadt im Südwesten des Irans. Dort waren am 22. September bei einem Anschlag auf eine Militärparade 24 Menschen getötet worden.

Ein norwegischer Staatsbürger mit iranischen Wurzeln befindet sich seit 21. Oktober in dänischer Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, dem iranischen Geheimdienst ermöglicht zu haben, in Dänemark tätig zu werden. Außerdem soll er an der Planung des Anschlagsversuchs beteiligt gewesen sein. Der Mann bestreitet die Vorwürfe.

EU-Kommission sorgt sich um Atomabkommen mit Iran

Dänemark wolle mit seinen Verbündeten in der Europäischen Union eine "einheitliche Antwort" auf das Vorgehen des Irans finden, sagte Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen am Mittwoch bei einem Besuch in Oslo. Die Vorwürfe seiner Regierung an den Iran hatten eine diplomatische Krise ausgelöst: Teheran bestellte am Mittwoch den dänischen Geschäftsträger ein, um offiziell Protest einzulegen.

Die EU-Kommission erklärte ihre "Solidarität" mit Dänemark und versicherte, Bedrohungen der Sicherheit in der EU würden "extrem ernst" genommen. Ein Kommissionssprecher verwies zugleich darauf, wie wichtig es sei, das Atomabkommen mit Iran zu bewahren.

syd/AFP



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