Datenverkauf an China Ex-US-Diplomatin zu rund drei Jahren Haft verurteilt

Sie lieferte dem chinesischen Geheimdienst vertrauliche Dokumente und verheimlichte Kontakte zu ausländischen Agenten: Im Verfahren gegen eine frühere Mitarbeiterin des US-Außenministeriums ist das Urteil gefallen.


Eine ehemalige Angestellte des amerikanischen Außenministeriums ist wegen der Weitergabe vertraulicher Unterlagen an China zu einer 40-monatigen Haftstrafe verurteilt worden. Außerdem müsse Candace Marie Claiborne eine Strafe in Höhe von 40.000 Dollar zahlen, teilte das US-Justizministerium mit.

Claiborne habe Informationen an chinesische Geheimdienstquellen geliefert und im Gegenzug über mehrere Jahre Geld und Geschenke für sich und ihre Familie angenommen - im Umfang von mehreren Zehntausend Dollar. Zudem habe sie über diese Kontakte zu chinesischen Agenten gegenüber US-Strafverfolgungsbehörden gelogen, hieß es weiter.

Die Außenamtsmitarbeiterin hatte sich im April schuldig bekannt, an einer Verschwörung zum Betrug an den USA beteiligt gewesen zu sein, Ermittler belogen und Kontakte zu ausländischen Agenten verheimlicht zu haben.

Claiborne hatte laut Justizministerium über viele Jahre auf Auslandsposten für das amerikanische Außenministerium gearbeitet, unter anderem in Peking und Shanghai. Zu den Unterlagen, die sie an die chinesische Seite geliefert habe, gehörten demnach Informationen zu Wirtschaftsthemen und offiziellen Besuchen von Vertretern beider Länder.

Die US-Bundespolizei FBI erklärte nun, die Diplomatin habe auf Kosten der nationalen Sicherheit das Vertrauen missbraucht, das die Regierung in sie gesetzt habe. Chinesische Geheimdienste würden immer wieder versuchen, Informationen von US-Regierungsvertretern mit Sicherheitsfreigabe zu erlangen.

Erst im Mai war ein früherer Agent des US-Geheimdienstes CIA wegen Spionage für China zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Er wurde schuldig gesprochen, geheime Informationen zur US-Verteidigung während Reisen nach Shanghai an einen chinesischen Geheimdienstagenten verkauft zu haben.

aar/dpa/AFP

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