Dauerdemo in Athen Die Unbeugsamen vom Syntagma-Platz

Arbeitslose, Anwälte, Akademiker: Auf dem Syntagma-Platz in Athen protestieren seit nunmehr einem Monat die Griechen gegen den Sparkurs ihrer Regierung. Was aber wollen die Demonstranten - und wer sind sie überhaupt?

Aus Athen berichtet


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Griechische Schuldenkrise: Protest gegen den "Feind von außen"
Es geht gegen zehn, da tritt eine kleine, zierliche Endsechzigerin ans Mikrofon. Sie trägt eine karierte Bluse, eine Brille mit Goldrand, sie könnte Buchhalterin gewesen sein, Bibliothekarin oder Hausfrau, jedenfalls liegen die Zeiten, in denen sie noch die Welt aus den Angeln heben wollte, ziemlich lange zurück. Denkt man.

Sie räuspert sich, zögert einen Augenblick, schaut umher. Der Syntagma-Platz vor dem griechischen Parlament, auf dem die Menschen seit einem Monat nun Abend für Abend protestieren, ist wieder einmal gut gefüllt: mit Punkern und Paukern, Anwälten und Anarchos, mit Hippies und Hedonisten.

"Griechenland steht am Abgrund", sagt die Frau nun ganz leise, sie flüstert fast. "Was wir brauchen, sind Lösungen! Die da", ihr Zeigefinger schnellt in Richtung Parlament, "sollen endlich verschwinden. Sie tragen die Schuld für das hier. Das ist der Wille des Volkes. Danke!" Und schon huscht die Frau davon, einen Augenblick später ist sie in der Menge verschwunden.

Die Menge - Tausende sind es an diesem Samstagabend, Zehntausende waren es schon in den vergangenen Wochen. Doch wer demonstriert hier eigentlich? Und was wollen die Leute, die immer noch ausharren, in Zelten campieren und sich allabendlich hitzige Debatten über Plakate und Programme liefern? Die ihre Freizeit opfern, weil sie überzeugt davon sind, dass sich etwas ändern muss, und vor allem, dass sie es ändern müssen? Wer sind die Unbeugsamen vom Syntagma-Platz?

SPIEGEL ONLINE stellt einige von ihnen vor:

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