Pilger David Britsch Türkei lässt weiteren Deutschen frei

Seit April wurde der deutsche Pilger David Britsch in der Türkei festgehalten. Jetzt ist der 55-Jährige frei. Außenminister Gabriel spricht von einem "weiteren positiven Signal".

Sigmar Gabriel und Recep Tayyip Erdogan (Juni 2017)
DPA

Sigmar Gabriel und Recep Tayyip Erdogan (Juni 2017)


Die Türkei hat den seit April festgehaltenen Deutschen David Britsch freigelassen. "Es ist gut, dass Herr Britsch endlich wieder Zuhause in Deutschland ist", sagte Außenminister Sigmar Gabriel. "Damit sind Monate der Ungewissheit und des Wartens in türkischer Abschiebehaft endlich vorbei. Für mich ist seine Ausreise nach Deutschland ein weiteres positives Signal."

Zuerst hatte die "Welt" über die Freilassung berichtet. Demnach hatte der 55-jährige Pilger seiner Frau in Deutschland eine Nachricht geschickt. Er sei in Istanbul und könne von dort aus weiter in die Heimat reisen. "Wir sind total erleichtert und glücklich", zitierte die Zeitung den Bruder des Freigelassenen.

Britsch war dem Bericht zufolge im April in der osttürkischen Stadt Antakya festgenommen worden und in Abschiebehaft gekommen. Strafrechtliche Vorwürfe gegen ihn seien bis zuletzt nicht bekannt gewesen. Britsch habe den Plan gehabt, aus seiner Heimatstadt Schwerin nach Jerusalem zu pilgern - zu Fuß und ohne Geld. Er habe damit ein Zeichen für den Frieden setzen wollen.

Im November vergangenen Jahres war Britsch losgegangen, Anfang Februar hatte er die Türkei erreicht und sich weiter in Richtung Syrien aufgemacht. Kurz vor der Grenze sei er mehrfach kontrolliert und schließlich festgenommen worden. Statt nach Jerusalem zu kommen, habe er bis Donnerstagmorgen im Abschiebegefängnis in Askale gesessen, einem Ort in der türkischen Provinz Erzurum.

Gabriel: "Entscheidungen wie diese machen Hoffnung"

"Nach jüngsten Entscheidungen in der Türkei sind jetzt sechs Personen aus den Gefängnissen entlassen worden oder durften ausreisen", sagte nun Sigmar Gabriel. "Entscheidungen wie diese machen Hoffnung darauf, dass wir Schritt für Schritt Vertrauen wieder aufbauen und das bilaterale Verhältnis entkrampfen können." Deshalb habe er mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu vereinbart, die gemeinsamen Gespräche fortzusetzen.

Britsch ist der zweite Deutsche, der in dieser Woche in der Türkei freigelassen wurde. Am Montag war die Journalistin Mesale Tolu nach siebenmonatiger Untersuchungshaft auf freien Fuß gesetzt worden. Ihr wird die Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen. Sie darf das Land weiter nicht verlassen.

Damit sitzen nach Einschätzung der Bundesregierung noch mindestens sieben Deutsche aus politischen Gründen in türkischer Haft, darunter der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel.

aar/dpa/AFP



insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
bertramkaufmann 22.12.2017
1. Erbärmlich
Jetzt kommt der Despot wieder angekrochen, eine Entschuldigung für seine Ausbrüche und Beleidigungen hat er nicht nötig. Eine Türkei mit Erdogan ist für die EU kein Partner. Er hat viel Schaden angerichtet und ich hoffe das Europa soviel Ehre hat und ihm nicht in den Arsch kriecht. Und wenn ich von Europa spreche meine ich auch unsere deutschen Politiker.
jamguy 23.12.2017
2.
Zitat von bertramkaufmannJetzt kommt der Despot wieder angekrochen, eine Entschuldigung für seine Ausbrüche und Beleidigungen hat er nicht nötig. Eine Türkei mit Erdogan ist für die EU kein Partner. Er hat viel Schaden angerichtet und ich hoffe das Europa soviel Ehre hat und ihm nicht in den Arsch kriecht. Und wenn ich von Europa spreche meine ich auch unsere deutschen Politiker.
Jetzt kommt der Despot wieder angekrochen Also bloß nicht gleich die Hand reichen ,der Typ is nix, erst die Erprssungsschiene und wenn das nicht zieht zurückrudern!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.