Cameron und die Mohnblume Großbritannien lacht über Poppygate

Die Downing Street muss sich mit einem PR-Desaster herumschlagen: Einem Facebook-Foto von Premier Cameron wurde nachträglich digital eine Gedenknadel für die Veteranen hinzugefügt - und das Netz hat seinen Spaß damit.
Großbritanniens Premier David Cameron: Fröhlich mit Anstecknadel

Großbritanniens Premier David Cameron: Fröhlich mit Anstecknadel

Foto: Richard Stonehouse/ Getty Images

David Cameron hat gerade keinen guten Lauf: Erst verweigert ihm das Unterhaus die Gefolgschaft auf seinem Kurs in der Syrien-Politik - und jetzt lacht auch noch das Volk über ihn. Der Grund: Ein, sagen wir mal, sorgloser Umgang mit einem Foto des britischen Premier auf Facebook - so was bleibt in Zeiten von Social Media selten ohne Folgen.

Was war passiert? In der Downing Street hatte jemand ein offizielles Porträtfoto des Regierungschefs retuschiert und nachträglich eine Anstecknadel hinzugefügt. Es handelte sich dabei um eine sogenannte Remembrance Poppy, eine künstliche Mohnblume, wie sie vor dem in Großbritannien jedes Jahr im November groß begangenen Veteranentag verkauft wird.

Doch laut der britischen Tageszeitung "The Guardian"  blieb die Veränderung des Fotos nicht lange unentdeckt. Am Montagnachmittag spottete der erste Twitter-User. "Hat die offizielle 10-Downing-Street-Facebook-Seite eine Mohnblume auf das neue Bild von David Cameron gephotoshoppt?"

Nur eine gute Stunde später wechselte die Social-Media-Abteilung des Regierungschefs das Foto bei Facebook aus. Nun erschien ein aktuelles Bild Camerons - mit Mohnblumen-Anstecker selbstverständlich. Denn derzeit, eine Woche vor dem Kriegsgedenktag, ist die Blume auf der Insel ein absolutes Muss.

Der Zwischenfall währte zwar nicht lange - aber lange genug für viele Twitter-User, um sich lustig zu machen. Ein Name war schnell gefunden: Poppygate. Und alternative Vorschläge für den Photoshop-Gebrauch ebenso:

Mit dem Remembrance Day erinnern die Briten an den Waffenstillstand von Compiègne im Ersten Weltkrieg. Staatsoberhaupt und Premierminister legen an einem Mahnmal einen Strauß Mohnblumen nieder. Warum Mohnblumen? Die roten Blüten sollen an das Blut der Soldaten auf den Schlachtfeldern erinnern.

Ein Regierungssprecher bezeichnete die Angelegenheit dem "Guardian" gegenüber inzwischen als ein Versehen. Das digital bearbeitete Bild sei bereits gelöscht worden.

ler
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