Autopsie Todesschütze von Dayton hatte Kokain und Alkohol im Blut

Neun Menschen tötete der Attentäter von Dayton, dann erschoss ihn die Polizei. Nun wird klar: Der junge Mann stand unter Einfluss von Kokain und Alkohol. Zudem trug er weitere Drogen bei sich.

Polizeiabsperrung in Dayton (am 4. August): Schütze stand offenbar unter Drogeneinfluss
Scott Olson/ AFP

Polizeiabsperrung in Dayton (am 4. August): Schütze stand offenbar unter Drogeneinfluss


Das Motiv des Todesschützen von Dayton im US-Bundesstaat Ohio ist noch immer ungeklärt. Dafür liegen den Ermittlern nun Informationen über den Zustand des Mannes zum Tatzeitpunkt vor. Dieser hatte nach Angaben eines Gerichtsmediziners Kokain und Alkohol im Blut. Bei dem 24-Jährigen sei zudem der Angstlöser Xanax nachgewiesen worden, sagte Kent Harshbarger am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Dayton.

Der Schütze habe auch ein Päckchen mit Kokain bei sich gehabt. Vor knapp zwei Wochen hatte er vor einer Bar in Dayton mit einem Sturmgewehr das Feuer eröffnet und dabei neun Menschen getötet, darunter auch seine Schwester.

Der Mann wurde von der Polizei erschossen. Er trug bei der Tat eine Schutzausrüstung. Sein Motiv ist bislang unklar. Einen Teil dieser Ausrüstung besorgte ihm nach Stand der Ermittlungen ein Freund. Der junge Mann wurde in dieser Woche festgenommen und muss laut neuen Angaben vom Donnerstag auch vorerst in Haft bleiben.

Der Festgenommene hatte nach Angaben der Ermittler ein Gewehrteil, ein Magazin mit Munition und kugelsichere Kleidung gekauft. Diese Objekte lagerte der Festgenommene in seiner Wohnung. Sie wurden dann nach Angaben der Bundespolizei FBI vor etwa sechs bis acht Wochen von dem Dayton-Täter abgeholt.

Verstoß gegen das Waffenrecht - aber bei einem anderen Kauf

Der 24-Jährige gab nach Angaben der Ermittler zu, die Objekte für den späteren Todesschützen erworben zu haben. Die gegen den Festgenommenen erhobenen Beschuldigungen beziehen sich jedoch nicht auf diese Käufe. Ihm wird vielmehr angelastet, beim Kauf einer für sich selbst erworbenen Pistole seinen Drogenkonsum absichtlich verschwiegen zu haben. Ihm drohen bei einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Gefängnis. Es gebe allerdings keinen Beweis dafür, dass der 24-Jährige "absichtlich an der Planung des Schusswaffenangriffes teilgenommen hat", sagte Glassman.

Der Täter von Dayton befasste sich laut Ermittlern mit "gewalttätigen Ideologien". Nähere Angaben dazu machte die Bundespolizei jedoch nicht.

jok/dpa



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