Nach "Euro Hawk"-Desaster De Maizière hält an Nato-Drohnenprojekt fest

Das Projekt "Euro Hawk" wurde gestoppt, der "Global Hawk" jedoch soll kommen. Thomas de Maizière will an dem Nato-Drohnenprojekt festhalten: "Deutschland ist vertragstreu", sagte der Verteidigungsminister in Brüssel.

Verteidigungsminister de Maizière: Auswirkungen von "Euro Hawk" auf AGS prüfen
AFP

Verteidigungsminister de Maizière: Auswirkungen von "Euro Hawk" auf AGS prüfen


Brüssel - Deutschland wird sich vorerst nicht aus dem Nato-Drohnenprojekt "Global Hawk" zurückziehen. "Wir haben einen Vertrag unterschrieben. Deutschland ist vertragstreu", sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière am Rande des Nato-Treffens.

Das System Allied Ground Surveillance (AGS) der Nato sei ein neueres als der "Euro Hawk", aus dem Deutschland ausgestiegen war. An der rund 1,3 Milliarden Euro teuren Anschaffung von fünf "Global Hawk" beteiligt sich Deutschland mit 480 Millionen Euro. Die Deutschen sind damit einer der wichtigsten Geldgeber des Vorhabens. Beim "Euro Hawk"-Debakel hatte die Bundesregierung mehr als 500 Millionen Euro in den Sand gesetzt.

"Sicher wird das, was in Deutschland geschehen ist, nicht ganz ohne Auswirkungen auf die weiteren Verfahren und Entscheidungswege bei AGS sein", räumte de Maizière ein. "Die Auswirkungen der Entscheidungen zum Euro Hawk werden wir jetzt prüfen für das AGS, und dafür müssen wir die gegenseitig vorliegenden Informationen insbesondere über die Zulassungsanforderungen austauschen."

Bei dem Projekt "Global Hawk" bestehe aber kein Zeitdruck, da die ersten Drohnen erst 2018 ausgeliefert werden sollten und die Zulassungsverfahren erst beginnen würden.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen begrüßte das deutsche Festhalten am Projekt der Allianz. Der Däne sagte, anders als der "Euro Hawk" sei "es getestet und erprobt und fliegt bereits."

Das AGS besteht im Kern aus fünf Drohnen des Typs "Global Hawk" - auf dessen Modell basiert auch der "Euro Hawk". Sie sollen von der Nato gemeinsam betrieben werden. Am Mittwoch will der CDU-Politiker sein selbstauferlegtes Schweigen zum "Euro Hawk"-Desaster brechen und vor dem Haushalts- und dem Verteidigungsausschuss des Bundestags erklären, wie es zum Stopp des Drohnenprojekts gekommen ist.

max/dpa/Reuters/AFP

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willgence 04.06.2013
1. Die CDU galt schon immer als
industriefreundlich. Da es keine aktuelle Drohne gibt, die im Europäischen Luftraum eingesetzt werden kann, ohne jeglichen anderen Luftverkehr zu unterbrechen, und die Anpassung der Global Hawk oder Euro Hawk weitere mehrere 100 Mill. Euro verschlingen soll, wird das Festhalten am gemeinsamen NATO-Drohnenpark, sehr zur Freude von EADS, einen entsprechenden NEUEN Entwicklungsauftrag generieren. Der Einwurf, dass es so etwas ggf. aus Israel kurzfristig geliefert werden kann, wird man mit Hinweis auf die Sicherung der Arbeitsplätze bei EADS, einfach vom Tisch wischen und schon kann man weitere 100 Millionnen an EADS überweisen - ist doch schön! Industrie plündert Staatswesen . . . wir sollten denen die Piraten schicken - das bekommen die locker kaputt!
topodoro 05.06.2013
2. Wir ?
Zitat von sysopAFPDas Projekt "Euro Hawk" wurde gestoppt, der "Global Hawk" jedoch soll kommen. Thomas de Maizière will an dem Nato-Drohnenprojekt festhalten: "Deutschland ist vertragstreu", sagte der Verteidigungsminister in Brüssel. http://www.spiegel.de/politik/ausland/de-maiziere-haelt-an-nato-drohnenprojekt-global-hawk-fest-a-903810.html
Wir? Wie meint der Herr de Maiziere das ? Pluralis Majestatis ? Er hat doch den Vertrag unterschrieben. Ach so, er meint die Merkelregierung hat den Vertrag unterschrieben. Wir (sic!) zahlen und die USA lenkt das Ding. Wohin, für wen ? Für uns ? Oder ?
hojenrot 05.06.2013
3. Leicht kassiert
Nach dem verlorenen zweiten Weltkrieg durften Japan und Deutschland keine Waffen bauen und verkaufen. Sie mußten sich auf dem schwierigen Industriemarkt der Zivilgüter bewähren. Autos und Werkzeugmaschinen und allerlei Haustechnik waren die Felder, in dene die japanische und die deutsche Industrie stark wurden. Die Siegermächte konnten in der gleichen Zeit mit leichter Hand überteuerte Waffen verkaufen. Daran ging die Industrie der Sieger kaputt. Waffenproduktion ist Rauschgift für die Industrie. Daß es um die Abwehr eines Feindes geht wird zwar mit großem Aufwand und viel Geldzuwendung propagiert, wird aber nicht mehr geglaubt.
juerler@saxonia.net 05.06.2013
4. Nato
Zitat von sysopAFPDas Projekt "Euro Hawk" wurde gestoppt, der "Global Hawk" jedoch soll kommen. Thomas de Maizière will an dem Nato-Drohnenprojekt festhalten: "Deutschland ist vertragstreu", sagte der Verteidigungsminister in Brüssel. http://www.spiegel.de/politik/ausland/de-maiziere-haelt-an-nato-drohnenprojekt-global-hawk-fest-a-903810.html
Er muss ja daran festhalten, da die Drohnen von einer amerikanischen Firma hergestellt werden und die Nato vom "großen Bruder" USA gesteuert sind. Somit bezahlen wir lieber, für über Deutschland nicht zugelassene Drohnen, anstatt mit dem Geld unseren Kindern eine bessere Bildung zu vermitteln, Umschulungen statt importierte Arbeitskräfte, Hochwasserschutz............ Natürlich kann man dies wieder Rechtfertigen.Da sind wir ja spitze.
hinterfrager2010 05.06.2013
5. Die Sicherheit im Luftraum wird geopfert
Zugunsten einer automatisierten Aufklärung und später sicher auch Kriegsführung. Warum gibt es denn 2 Piloten an Bord? Und wie ist das bei den Drohnen-"Piloten"? Es müsste nicht nur ein Kollisionskurs-Warnsystem an Bord sein, auch der Datenlink zur Bodenstation muss zertifiziert werden. Hier wird die Sicherheits-Philosophie in der Luftfahrt mit Füssen getreten!
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