"Defender 2020" USA planen Militärübung in Europa mit 37.000 Soldaten

"Die umfangreichste Verlegung von Soldaten aus den USA nach Europa in den vergangenen 25 Jahren": Das US-Militär hat Details zur militärischen Großübung "Defender 2020" genannt. Deutschland wird logistische Drehscheibe.
US-Soldaten bei einer Übung: Das Militär will mit "Defender 2020" die Einsatzbereitschaft innerhalb der Nato erhöhen und mögliche Gegner abschrecken

US-Soldaten bei einer Übung: Das Militär will mit "Defender 2020" die Einsatzbereitschaft innerhalb der Nato erhöhen und mögliche Gegner abschrecken

Foto: Jung Yeon-je/ AFP

An der militärischen Großübung "Defender 2020" zur Verlegung von Truppen nach Polen und ins Baltikum werden im kommenden Jahr 37.000 Soldaten teilnehmen. Geplant sei die umfangreichste Verlegung von Soldaten aus den USA nach Europa in den vergangenen 25 Jahren, hieß es am Montag in einer Mitteilung der US-Streitkräfte in Europa. So würden 20.000 Soldaten über den Atlantik geschickt.

Ziel sei, die Einsatzbereitschaft innerhalb der Nato zu erhöhen und mögliche Gegner abzuschrecken, erklärte das US-Militär. Deutschland wird logistische Drehscheibe bei der von den US-Streitkräften geführten Übung, an der sich insgesamt 19 Staaten beteiligen. Zwischen April und Mai werden die Truppen mit Unterstützung der Bundeswehr durch Deutschland geführt.

An der geplanten Übung hatte die Linkspartei bereits in der vergangenen Woche Kritik geübt. "Diese Übung wird auf russischer Seite zu Reaktionen führen, womit die weitere Eskalation vorprogrammiert ist", sagte Verteidigungspolitiker Alexander Neu. "Die Deeskalation scheint im Wortschatz der Nato nicht mehr zu existieren." Die Linke fordere, "sich in keiner Weise an der Übung zu beteiligen und auch nicht deutsches Territorium für dieses Säbelrasseln zur Verfügung zu stellen".

Deutschland hatte im Januar auch die Führung der Nato-Speerspitze (Very High Readiness Joint Task Force - VJTF) übernommen. Die Speerspitze war 2014 gegründet worden - eine Reaktion auf die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim, die auch in Deutschland zur Neubewertung der Sicherheitslage führte.

aar/dpa