"Delta Force" Saddam lieber tot als lebendig ausliefern

Seit Monaten haben die Kämpfer der hoch geheimen "Delta Force" für ihren Auftrag trainiert. Ihre Aufgabe: Sie sollen die Spitzen des irakischen Regimes ausschalten, allen voran Saddam Hussein und dessen Söhne. Ihr Ziel: Saddam lieber tot als lebendig auszuliefern.


"Special Operations Forces" bei einer Übung in North Carolina
REUTERS/ USAF

"Special Operations Forces" bei einer Übung in North Carolina

Washington - "Die Erwartung ist, dass er (Saddam) innerhalb von Tagen getötet wird", schreibt die amerikanische Zeitung "USA Today". Das Blatt beruft sich auf einen Pentagon-Beamten. Speziell auf Saddam angesetzt sind die Kämpfer der Spezialeinheit "Delta Force", die bereits in den ersten Tagen einer Invasion im Irak gezielt nach dem Diktator fahnden sollen. Die Mission sei, den irakischen Präsidenten eher zu töten als festzunehmen, berichtete die Zeitung.

Die Elite-Einheiten des hoch geheimen Verbandes sollen den Angaben zufolge in Bagdad unter anderem die Präsidentenpaläste stürmen und fliehende Konvois aufhalten. Im Visier der Kämpfer seien neben Saddam, dessen Söhne Udai und Kusai und rund ein Dutzend der wichtigsten irakischen Militärs. Die Elitesoldaten und Agenten des Geheimdienstes CIA hätten seit Monaten für diesen Auftrag trainiert.

Laut "USA Today" ist die 1977 gebildete "Delta Force" 360 Mann stark. Sie gilt als die geheimste Spezialeinheit des US-Heeres. Die Männer gelten als Nahkampfspezialisten und sind spezialisiert auf den Antiterrorkampf, die Befreiung von Geiseln und Aufklärung. Zusammen mit den Rangern erlebten die Delta Force-Kämpfer 1993 beim Versuch der Festnahme des somalischen Kriegsherrn Aidid ein Fiasko.

"Delta Force"-Gruppen sollen in Kuweit, Jordanien, Saudi-Arabien und im Nordirak stationiert sein. Es wird davon ausgegangen, dass sie von dort eingeflogen werden zu den Orten, wo Saddam vermutet wird. Zu ihren Aufgaben dürfte es auch gehören, mögliche Fluchtwege Saddams abzuschneiden. Möglicherweise sind Voraustrupps bereits in Bagdad, um Zielkoordinaten zur Eliminierung Saddams an ihre Einheiten durchzugeben.

Neben der hoch geheimen "Delta Force" sind weitere Spezialeinheiten der US-Armee im Einsatz. Die "Special Operations Forces" (SOF) sind im Golf insgesamt rund 40.000 Mann stark.

Die "Army Rangers" gelten als Speerspitze der Kommandotruppen des Heeres und zählen zu den ersten, die in den Kampf geschickt werden. Überfallartige Fallschirmjägereinsätze, etwa gegen Flugplätze des Feindes, zählen ebenso zu ihren Stärken wie Nachteinsätze und Hinterhalte.

Aufklärungsspezialisten sind die "Green Berets". Die meist in kleinen Gruppen operierenden Späher sollen unentdeckt tief im feindlichen Hinterland operieren können. Die Männer beherrschen mindestens eine Fremdsprache und sind speziell im Antiterrorkampf geschult. Im letzten Golfkrieg haben sie irakische Ziele für Angriffe der Alliierten lokalisiert.

Die "Navy Seals" (für Sea, Air, Land) sind die Spezialtruppe der Marine. Die unter härtesten Bedingungen ausgebildeten Kämpfer starten zu ihren Operationen von kleinen Schiffen und U-Booten aus oder springen mit Fallschirmen in ihr Zielgebiet.

Außerdem sollen sich bereits Teams von bewaffneten CIA-Agenten im Irak aufhalten. Sie sollen Angriffsziele für Bomben und Raketen ausmachen. Diese kleinen Einheiten verfügen über Waffen aller Art, darunter die satellitengesteuerte "Predator"-Drohne, die mit "Hellfire"-Raketen bestückt ist.

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