Dementi Bin Ladens Versteck doch nicht gefunden

Die USA und Pakistan haben einen Zeitungsbericht vom Sonntag dementiert, wonach sie Terrorchef Osama bin Laden dicht auf den Spuren seien. Er sei im Grenzgebiet zu Afghanistan von Spezialkräften umzingelt worden, war gemeldet worden. Da ist nichts dran, heißt es heute.


Bin Laden in einem seiner den TV-Stationen zugespielten Videos: Der Terrorchef ist weiter auf freiem Fuß
AFP

Bin Laden in einem seiner den TV-Stationen zugespielten Videos: Der Terrorchef ist weiter auf freiem Fuß

Kabul/Islamabad - Derartige Meldungen seien wenig glaubwürdig, sagte US-Militärsprecher Bryan Hilferty am Montag in der afghanischen Hauptstadt Kabul. "Wenn wir wüssten, wo er sich in Afghanistan aufhält, würden wir ihn schnappen. Wenn die Pakistaner wüssten, wo er sich in Pakistan befindet, würden sie ihn ergreifen."

Die britische Sonntagszeitung "Sunday Express" hatte berichtet, Spezialkräfte der USA und Großbritanniens hätten den meistgesuchten Mann der Welt in einem 16 mal 16 Kilometer großen Gebiet in der pakistanischen Grenzregion zu Afghanistan eingekreist. Die Fläche werde von einem US-Spionage-Satellit beobachtet, hieß es in der Meldung.

Auch ein pakistanischer Militärsprecher wies die Berichte über eine Umzingelung des Chefs der radikal-islamischen al-Qaida in der pakistanischen Bergregion nördlich von Quetta zurück. "Dieses Gebiet liegt in der Tat in Pakistan, aber dort ist derzeit nichts los: Das Leben verläuft dort ganz normal. Sie können hingehen und es sich anschauen", sagte er bei einer Pressekonferenz. In dieser Region habe es in jüngster Zeit keinen Militäreinsatz gegeben. Auch seien dort keine ausländischen Truppen stationiert.

Das US-Militär hat für das kommende Frühjahr eine groß angelegte Offensive gegen Moslem-Extremisten und versprengte Taliban-Kämpfer in Afghanistan angekündigt. Hilferty sagte jedoch, dieser Einsatz unterscheide sich kaum von den bisherigen. Zudem gehe es dabei auch nicht um die Ergreifung einer einzigen Person. "Der globale Kampf gegen den Terrorismus richtet sich nicht nur gegen eine oder zwei Personen, sondern ganz allgemein gegen alle Terroristen, sagte der Militärsprecher. Hilferty hatte sich zuletzt zuversichtlich geäußert, Bin Laden noch in diesem Jahr zu fassen.



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