Mays möglicher Partner Wofür steht die nordirische DUP?

Theresa Mays neue Regierung soll von der Democratic Unionist Party unterstützt werden. Die Partei hat eine radikale Vergangenheit - und vertritt extrem konservative Werte.

DUP-Chefin Arlene Foster
Getty Images

DUP-Chefin Arlene Foster


Sie sind gegen Homo-Ehe und für den Brexit: Die erzkonservative Democratic Unionist Party (DUP) Nordirlands könnte den britischen Konservativen die nötige Mehrheit im Parlament verschaffen. Bislang ist die größte Partei Nordirlands einer der kleineren Fische im britischen Unterhaus. Doch nach der ereignisreichen Wahlnacht, aus der Theresa May und ihre Tories ohne absolute Mehrheit hervorgegangen sind, könnte die DUP zum 'very important player' werden. Zehn Sitze hat die Partei im Parlament gewonnen - genug, um der Minderheitsregierung der Konservativen eine Mehrheit zu verschaffen.

Gegründet wurde die Demokratische Unionistische Partei 1971 von Ian Paisley, einer der Schlüsselfiguren im Nordirland-Konflikt. Paisley hatte in den Achtziger- und Neunzigerjahren als protestantischer Pfarrer Stimmung gegen eine Aussöhnung mit den Katholiken gemacht. Bei seinen Kritikern galt er daher als absoluter Hardliner und Scharfmacher. In späteren Jahren wurde er als Erster Minister Nordirlands versöhnlicher und bildete 2007 bis 2008 eine Regierung mit dem pro-irischen Sinn-Féin-Politiker Martin McGuinness. Paisley starb 2014.

Parlamentswahl in Großbritannien
Endergebnis, 650 Wahlkreisen ausgezählt; Mehrheit: 326 Sitze
NI = Nordirland; Quelle: BBC

Seit Dezember 2015 ist Arlene Foster Parteivorsitzende der DUP. Sie ist ehemalige Erste Ministerin von Nordirland und streng konservativ. Auch heute noch gilt die DUP als stark verbandelt mit der protestantischen Kirche. Teil der kontroversen Politik der DUP ist die Blockade der Homo-Ehe sowie ihr Vorgehen gegen eine Legalisierung von Abtreibungen in Nordirland. Die Partei gilt als EU-skeptisch, steht daher für den Brexit. Allerdings plädiert sie im Gegensatz zu Theresa May und mit Blick auf die heimische Wirtschaft für einen Verbleib im europäischen Binnenmarkt.

rap

insgesamt 25 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
WillausD 09.06.2017
1. tja jetzt ...
Wenn May die Irische Grenze will dann soll sie mit der DUP Koalieren. Wenn nicht dann nur mit den Liberalen. Und Nordirland langsam aus der UK ausgliedern damit diese mit der Republik zusammenwaechst Man sagt in Irland kommt mit dem Brexit die Harte Grenze und das Ende des sogenannten Friedensprozess. Grenzkontrolle, Zoll usw. Beide Regierungen IRL und GB haben viel Geld in Nordirland gesteckt um diese Verarmte und die immer auf Kriegsfuss stehende Region.
Crom 09.06.2017
2.
Sich auf so eine Partei zu verlassen, ist natürlich auch ein hohes Risiko, auch in Bezug auf den Friedensprozess in Nordirland. Die Republikaner sind ja eher für die EU und möchten weiterhin mit dem Rest der Insel verbunden bleiben. Ein harter Brexit würde dort wieder die Frage über den Status von Nordirland auf den Tisch bringen.
Wal-Ire 09.06.2017
3. Dup
Die DUP sind ideologische I..., die aus Überzeugung gegen ihre Interessen stimmen. Die Wertschöpfungsketten ziehen sich quer durch ganz Irland (und UK). Ohne die Republik geht Nordirland den Bach herunter. Ohne Nordirland wird die Republik Irland auch Schmerzen erleiden. Aber genau wie in Cornwall wählt(e) man bewußt gegen eigene Interessen - weil Ideologie. Ich muß das nicht verstehen. Ich bin ja auch erst seit 12 Jahren in Irland.....
ludna 09.06.2017
4. Die DUP in der britischen Regierung ist eine Zerreissprobe für Nordirland.
May will nicht (wie einst Cameron) mit den Lib Dems koalieren, da diese eher gegen den Brexit und pro Sozialstaat sind (Stichwort NHS) . Aber mit der DUP könnten die Spannungen in Nordirland wieder zunehmen, zu Unruhen kommen und wer weiss, ob sich Nordirland nicht doch vom UK abspaltet.
blurps11 09.06.2017
5.
Zitat von ludnaMay will nicht (wie einst Cameron) mit den Lib Dems koalieren, da diese eher gegen den Brexit und pro Sozialstaat sind (Stichwort NHS) . Aber mit der DUP könnten die Spannungen in Nordirland wieder zunehmen, zu Unruhen kommen und wer weiss, ob sich Nordirland nicht doch vom UK abspaltet.
Es ist genau umgekehrt - May würde sicher schon gerne. Es sind die LibDems, die auf gar keinen Fall drauf eingehen werden. In der Regierung mit Cameron wurden sie ähnlich wie die FDP mit Merkel atomisiert und sie sind auch grundsätzlich noch richtige Liberale mit einem Rückgrat, darin unterscheiden sie sich dann von der FDP ;)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.