Demokraten-Duell Obama deklassiert Clinton in Wyoming

Von diesem Sieg erhofft sich Barack Obama neuen Schwung im Duell um die Präsidentschaftskandidatur: Aus den Vorwahlen der Demokraten in Wyoming geht er als klarer Gewinner hervor. Rivalin Hillary Clinton verliert in dem dünn besiedelten Staat mit mehr als 20 Prozentpunkten Unterschied.


Washington – Barack Obama hat die Vorwahl im US-Staat Wyoming klar für sich entschieden - wie in allen Umfragen vorhergesagt. Obama kam auf mehr als 60 Prozent der Stimmen, seine Rivalin Hillary Clinton dagegen errang nicht einmal 40 Prozent (siehe Grafiken).

In Wyoming standen bei den Caucus-Vorwahlen nur zwölf Delegiertenstimmen auf dem Spiel - der Staat im Nordwesten der USA hat rund 500.000 Einwohner. Doch im Kopf-an-Kopf-Rennen der Kandidaten der Demokraten war er dennoch wichtig. "Wyoming gilt normalerweise nicht als wichtiger Staat, aber er fällt zufällig für beide (Kandidaten) in eine gute Zeit", sagte der Politikwissenschaftler Kenneth Bickers von der Universität von Colorado. "Beide müssen einen Sieg verbuchen. Beide brauchen jeden Delegierten, den sie bekommen können."

Obama in Wyoming: Der Senator brauchte den Sieg
REUTERS

Obama in Wyoming: Der Senator brauchte den Sieg

Obama und Clinton setzten auf einen Sieg in Wyoming, um daraus womöglich eine Dynamik für die Vorwahl im Bundesstaat Mississippi zu erzeugen, wo es am Dienstag um insgesamt 33 festgelegte Delegierte gehen wird. Obama liegt laut Umfragen auch in Mississippi vorn.

Die nächste größere Vorwahl folgt dann erst Wochen später am 22. April in Pennsylvania. Dort kämpfen die Kandidaten um die Stimmen von etwa 160 Delegierten. In Umfragen liegt Clinton derzeit etwa 15 Prozentpunkte vor Obama.

Zwar hat Clintons Kampagne mit den jüngsten Erfolgen in Texas, Ohio und Rhode Island neuen Rückenwind erhalten. Doch selbst wenn sie alle ausstehenden Vorwahlen noch knapp gewinnen würde, könnte sie Obama allein damit wohl kaum überholen - weil sie pro Abstimmung nicht viel mehr Delegierte als er zusammenbekäme. Sie wäre am Ende wohl auf die Stimmen der Superdelegierten angewiesen; parteiinterne Größen, die abseits der Vorwahlen zum Nominierungsparteitag im August geschickt werden.

Umgekehrt dürfte auch Obama die für die Nominierung benötigten 2025 Delegiertenstimmen bei den Vorwahlen nicht mehr erreichen. Zurzeit hat der Senator aus Illinois laut CNN inklusive der Superdelegierten, die sich schon festgelegt haben, 1527 Stimmen, seine New Yorker Konkurrentin 1428.

Das spannende Duell treibt offenbar die Menschen zur Wahl. CNN zufolge waren die Parteiversammlungen in Wyoming ungewöhnlich stark besucht. Während 2004 nur einige hundert Parteigänger kamen, waren es demnach diesmal viele tausend.

Wyoming ist traditionell ein konservativer Bundesstaat. In den vergangenen zehn Präsidentschaftswahlen gewann hier stets der republikanische Kandidat; in den Vorwahlen der Republikaner in Wyoming hatte am 5. Januar Mitt Romney gewonnen - der inzwischen zugunsten von John McCain zurückgezogen hat. Er steht inzwischen als Präsidentschaftskandidat seiner Partei für die Wahl am 4. November fest.

als/tno/AP/dpa

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