Demokraten Gore tritt aus Clintons Schatten

US-Präsident Bill Clinton hat die Führung der Demokraten an Al Gore übergeben. Der Kandidat für das Weiße Haus kündigte an, die Politik seines Vorgängers fortsetzen zu wollen.


Los Angeles - Die mehr als 4.300 Delegierten verabschiedeten in Los Angeles die Wahlkampfplattform der Demokraten, in der die Gegensätze zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten George W. Bush herausgestellt werden.

Die Kandidaten: Al Gore (l.) und sein Vize Joseph Lieberman
AP

Die Kandidaten: Al Gore (l.) und sein Vize Joseph Lieberman

Während einer gemeinsamen Veranstaltung in Monroe im US-Staat Michigan versprach der langjährige Vizepräsident Gore, er wolle die erfolgreiche Politik Clintons fortsetzen. Der Präsident habe acht Jahre lang hart gearbeitet, um die Wirtschaft auf den richtigen Weg zu bringen. "Ich werde nicht zulassen, dass die anderen das zunichte machen", sagte Gore, der in den Umfragen deutlich hinter Bush liegt. Nach einer Vereinbarung zwischen dem Weißen Haus und Gores Wahlkampfführung wurde der Zeitplan so gestaltet, dass sich die beiden in Los Angeles aus dem Weg gehen. Auf diese Weise sollte der Eindruck vermieden werden, dass Gore weiter im Schatten des Präsidenten steht.

Auf dem Parteitag nahmen die Delegierten Gores Wahlkampfplattform an, mit der sich dieser inhaltlich von Bush abheben will. Dazu gehören die Beibehaltung des liberalen Abtreibungsrechts und die Gleichstellung von Homosexuellen. Weiter tritt die Partei für Arzneimittelzuschüsse zu Gunsten älterer Menschen und Steuererleichterungen für die Mittelklasse sowie gegen eine Teilprivatisierung der Sozialversicherung ein. Die Staatsverschuldung soll in zwölf Jahren völlig abgebaut sein.



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