Demokratische Kandidaten über Trump Von "pathologischer Lügner" bis "der korrupteste Präsident"

Das TV-Duell der demokratischen Anwärter für das Weiße Haus läuft - und zum Auftakt arbeiten sich diese am Amtsinhaber ab: Donald Trumps Administration gleiche einem "kriminellen Unternehmen".

Pete Buttigieg, Elizabeth Warren, Joe Biden, Bernie Sanders (v.l.): Scharfe Attacken zum Auftakt des Duells
Brendan McDermid/ REUTERS

Pete Buttigieg, Elizabeth Warren, Joe Biden, Bernie Sanders (v.l.): Scharfe Attacken zum Auftakt des Duells


Bevor sie sich gegenseitig angehen, haben die Präsidentschaftsbewerber der Demokraten erst einmal ihr gemeinsames Ziel attackiert: Donald Trump, der angesichts der jüngsten Zeugenaussagen in der Ukraineaffäre immer mehr unter Druck gerät.

Bei ihrer fünften Fernsehdebatte im US-Bundesstaat Georgia in der Nacht zu Donnerstag (Ortszeit) äußerten sich die Präsidentschaftsanwärter der Demokraten empört über die neuesten Enthüllungen in den Impeachment-Ermittlungen gegen den Amtsinhaber. Senator Bernie Sanders sagte, Trump sei nicht nur ein "pathologischer Lügner", sondern "wohl der korrupteste Präsident" in der modernen Geschichte der USA.

Die Senatorin Kamala Harris kritisierte, nach Angaben des jüngsten Zeugen - des US-Botschafters bei der EU, Gordon Sondland - seien viele hochrangige Regierungsvertreter eingeweiht gewesen in die Druckkampagne gegenüber Kiew. Darunter seien auch Außenminister Mike Pompeo und Trumps geschäftsführender Stabschef, Mick Mulvaney, gewesen. Harris: "Das bedeutet, das ist ein kriminelles Unternehmen."

Heikle Aussage des Trump-Gesandten für die EU

Sondland hatte am Mittwoch im Repräsentantenhaus ausgesagt, er habe im Umgang mit der Ukraine auf ausdrückliche Anordnung Trumps mit dessen persönlichem Anwalt Rudy Giuliani zusammengearbeitet. Giuliani habe ein "Quidproquo" - also eine Gegenleistung - für ein Treffen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit Trump im Weißen Haus verlangt. Kiew sollte demnach Untersuchungen auf den Weg bringen, die Trumps politischem Rivalen Joe Biden hätten schaden können.

Der frühere US-Vizepräsident Biden bewirbt sich ebenfalls um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten für die Wahl 2020. Er sagte, Trump habe unbedingt verhindern wollen, dass er Präsidentschaftskandidat werde.

jok/dpa

insgesamt 20 Beiträge
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HeinzLambertus 21.11.2019
1. Wir erleben gerade
eine erschreckende Zeitepoche wo notorische Lügner wie Donald Trump und Boris Johnson mm an die Regierungsspitze gelangen können, und trots aller Peinlichkeiten von einer grossen Masse unterstützt werden. Wenn das Vertrauen in die Politik schon schwach war, wie wird es wohl nach dieser Epoche aussehen.
netterscheff 21.11.2019
2. Solange ...
... die Demokraten in den USA nicht begreifen, dass sie nur in einem gemeinsamen Wahlkampf mit echter Information darüber, wer welche Aufgaben nach der Wahl übernimmt, gewinnen können, solange wird die Trumpete mit seinen mafiösen Machenschaften gewinnen. Nur wenn die Demokraten den Wahlkampf auf den Kopf stellen und Teamarbeit daraus machen, kann es noch was werden. Aber das schaffen diese Egomanen nicht. Also 4 Jahre mehr Trumpete, das ändern auch SPON Artikel nichts dran.
fatherted98 21.11.2019
3. je abfälliger..
....die Demokraten über Trump reden, desto mehr Wähler bekommt er. Wahlkampthemen haben die Demokraten (außer Waffenkontrolle....und das kommt im mittleren Westen gar nicht gut an) nicht. Die Sozial-Reformen von Sanders sind so schwammig, dass selbst seine Fans sie nicht kapieren. Der Wahlkampf ist gelaufen....
iasi 21.11.2019
4. Leider fehlt den Demokraten der oder die rechte Kandidat/in
Bernie ist zu links und zu alt/krank. Joe hat einen Junior, der während Joes Vizepräsidentschaft für korrupte Oligarchen gearbeitet hatte. Pete ist jung und unerfahren. Elizabeth ist gegen Trump und für eine Vermögenssteuer - das wird nicht reichen.
hajueberlin 21.11.2019
5. Moin
Zitat von HeinzLambertuseine erschreckende Zeitepoche wo notorische Lügner wie Donald Trump und Boris Johnson mm an die Regierungsspitze gelangen können, und trots aller Peinlichkeiten von einer grossen Masse unterstützt werden. Wenn das Vertrauen in die Politik schon schwach war, wie wird es wohl nach dieser Epoche aussehen.
Meiner Meinung nach waren Politiker schon immer notorische Lügner. Heutzutage kommt es nur raus. Dank Internet. Es ist heute viel einfacher die Aussagen der Politiker auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Damals war es allenfalls für Insider/Beteiligte möglich so nah am Thema zu sein. Es wurde in irgendwelchen Runden gekungelt und dann etwas an die Öffentlichkeit gegeben. Heute können wir alles mögliche innerhalb von Minuten recherchieren/gegenchecken. Weltweit. Insofern ist es demokratischer geworden. Das so viele Menschen von dem, was aufgedeckt wird erschreckt sind, erschreckt mich. Ihr habt falsche Erwartungen. Politik ist ein dreckiges Geschäft. Das vermehrt irgendwelche primitiven Schreihälse an die Macht kommen, zeigt doch nur wie unpolitisch der gemeine Wähler ist. Was glaubt ihr, welche Leute solch ein Geschäft ausüben? Auch früher wurde schon Politik für eigene Klientel gemacht. Wie immer, geht es denen nur darum, nicht erwischt zu werden. Darauf mit extremen Einstellungen zu reagieren ist grundfalsch. Es ist für die heutzutage halt schwieriger geworden. Gut so. MfG hajue
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