Den Haag Weltstrafgericht lässt Ex-Präsident der Elfenbeinküste frei

Seit 2011 sitzt der frühere Präsident der Elfenbeinküste Laurent Gbagbo im Gefängnis. Nun wird er überraschend freigelassen - allerdings unter Auflagen.

Autos fahren vor das Gefängnis in Den Haag
REUTERS

Autos fahren vor das Gefängnis in Den Haag


Der Internationale Strafgerichtshof hat die Freilassung des früheren Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, unter Auflagen angeordnet. Das teilte das Gericht in Den Haag mit. Worin die Auflagen bestehen, teilten die Richter zunächst nicht mit.

Der 73-jährige Ex-Präsident war noch vor Ende des Prozesses freigesprochen worden. Nach Ansicht der Richter reichten die Beweise der Anklage für Verbrechen gegen die Menschlichkeit für eine Verurteilung nicht aus.

Nach der Präsidentenwahl von 2010 hatte Gbagbo seine Niederlage nicht anerkannt. Bei der folgenden Welle von Gewalt waren rund 3000 Menschen getötet worden. Der Prozess gegen Gbago hatte 2016 begonnen. Er ist seit 2011 in Haft.

Bevor Gbagbo sowie der ebenfalls freigesprochene frühere Jugendminister Charles Blé Goudé tatsächlich das Gefängnis verlassen durften, sollte erst ein Land bestimmt werden, dass beide bis zur Eröffnung des Berufungsverfahrens aufnehmen werde.

Die Anklage hatte gefordert, dass Gbagbo vorerst nicht in seine Heimat zurückkehren dürfe. Sie befürchtet, dass der 73-Jährige bei einem möglichen Berufungsverfahren gegen den Freispruch nicht mehr erscheinen werde.

tin/dpa



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