Internationaler Gerichtshof Gambia beschuldigt Myanmar des Völkermordes an Rohingya

Myanmars Militärs werden schwere Verbrechen gegen die Minderheit der Rohingya vorgeworfen. Gambia fordert vor dem Uno-Gericht in Den Haag ein Ende des Massenmordes. Ein Urteil wird erst in Wochen erwartet.
Wird zu den Vorwürfen vor dem Internationalen Gerichtshof Stellung nehmen: Myanmars De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi

Wird zu den Vorwürfen vor dem Internationalen Gerichtshof Stellung nehmen: Myanmars De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi

Foto: Peter Dejong/AP

Seit 2017 sollen Soldaten Tausende Menschen ermordet, Frauen und Kinder vergewaltigt haben: Gambia hat vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag schwere Vorwürfe gegen Myanmar erhoben. Myanmar müsse unverzüglich die Massenmorde und systematische Verfolgung der muslimischen Minderheit der Rohingya stoppen, forderte der Generalstaatsanwalt Gambias, Abubacarr Marie Tambadou, vor dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen.

Die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ist in Den Haag, um ihr Land Myanmar vor dem Internationalen Gerichtshof gegen Völkermordvorwürfe zu verteidigen. Die De-facto-Regierungschefin von Myanmar war bei der Anhörung anwesend und soll sich am Mittwoch zu den Vorwürfen äußern.

Gambia stützt sich auf Berichte von Uno-Ermittlern, die dem Militär in Myanmar einen "anhaltenden Völkermord" vorwerfen (mehr dazu lesen Sie hier).

Vor rund zwei Jahren waren mehr als 700.000 Menschen innerhalb kurzer Zeit wegen der Militärgewalt in das Nachbarland Bangladesch geflohen. Das Militär und die Regierung in Myanmar weisen die Vorwürfe zurück.

Gambia fordert eine einstweilige Verfügung gegen Myanmar, um die noch in dem Land verbleibenden rund 600.000 Rohingya zu schützen. Ein Urteil des Gerichts wird in wenigen Wochen erwartet. Der überwiegend muslimische westafrikanische Staat Gambia wird von der Organisation für Islamische Zusammenarbeit mit ihren 57 Mitgliedstaaten unterstützt.

mho/dpa
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