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Chronologie So lief der Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi

Immer mehr Details werden über den Anschlag auf das US-Konsulat in Bengasi bekannt. Mehr als vier Stunden brauchten die Sicherheitskräfte, um die Angreifer zu vertreiben, berichten Beamte des Außenministeriums in Washington. Erst mit Hilfe Libyens brachten sie die Lage wieder unter Kontrolle.
Verwüstungen in Bengasi: Vier Menschen wurden bei dem Angriff getötet

Verwüstungen in Bengasi: Vier Menschen wurden bei dem Angriff getötet

Foto: Stringer/ dpa

Bengasi - Beim Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi wurden der amerikanische Botschafter und drei weitere Diplomaten getötet. Zwei Tage nach dem Anschlag ist der Ablauf der Attacke klarer. So spielte sich der Angriff nach Angaben von Beamten des US-Außenministeriums ab:

  • Dienstag, 11. September, 22.00 Uhr: Militante Angreifer schießen auf den Gebäudekomplex des US-Konsulats in Bengasi. Sie setzen bei ihrer Attacke auch Brandbomben und Panzerfäuste ein.

  • 22.15 Uhr: Die Angreifer gelangen auf das Gelände und beschießen das Hauptgebäude, in dem sich Botschafter Christopher Stevens, ein Mitarbeiter und ein Sicherheitsbeamter aufhalten. Libysche Sicherheitskräfte und Wachmänner der Botschaft erwidern das Feuer. Das Gebäude beginnt zu brennen. Die drei Amerikaner versuchen, sich in Sicherheit zu bringen, verlieren sich aber im dichten Rauch. Der Sicherheitsbeamte gelangt nach draußen. Als er mit Verstärkung ins Gebäude zurückkehrt, finden sie einen toten Botschaftsmitarbeiter. Wegen der Flammen, schweren Rauchs und andauernden Beschusses müssen sich die Helfer jedoch zurückziehen, ohne den Botschafter gefunden zu haben.

  • 22.45 Uhr: US-Wachmänner versuchen, das Hauptgebäude zurückzuerobern, geraten aber unter schweren Beschuss und müssen sich zurückziehen.

  • 23.20 Uhr: US-amerikanische und libysche Sicherheitskräfte greifen erneut an und bringen das Gebäude unter ihre Kontrolle. Weil die Angreifer weiterhin mit Kleinwaffen schießen, bringen die Amerikaner den Rest ihrer Mitarbeiter in einem weiteren Konsulatsgebäude in der Nähe in Sicherheit.

  • Mittwoch, 12. September, 0.00 Uhr: Die Angreifer nehmen auch dieses Gebäude unter Feuer. Der Beschuss dauert rund zwei Stunden. Zwei weitere US-Botschaftsangehörige werden dabei getötet.

  • 2.30 Uhr: Mit der Unterstützung libyscher Sicherheitskräfte gelingt es den US-Amerikanern, die Situation unter Kontrolle zu bringen.

  • In der Nacht: Die Vereinigten Staaten schicken ein Charter-Flugzeug von Tripolis nach Bengasi, das in mehreren Flügen alle Mitarbeiter des dortigen Konsulats in die libysche Hauptstadt bringt. Ein Großteil der amerikanischen Diplomaten in Libyen wird später nach Deutschland ausgeflogen.

  • Im Morgengrauen: Die Leiche von Botschafter Stevens wird am Flughafen von Bengasi den Amerikanern übergeben. Er war in ein Krankenhaus gebracht worden. Wann er gefunden und von wem er aus dem Hauptgebäude geholt wurde und in welcher Verfassung zu diesem Zeitpunkt war, ist unbekannt.
  • Donnerstag, 13. September: Libyens stellvertretender Innenminister Wanis al-Scharef gibt bekannt, dass die Behörden mehrere Verdächtige festgenommen hätten. Libyens neuer Regierungschef Mustafa Abu Schagur begrüßte die Festnahmen als "großen Fortschritt". Zu Anzahl und Identität der Festgenommenen wollten al-Scharef und Schagur zunächst keine Angaben machen, "bis wir alle Fakten kennen". Die libysche Führung will Hinweisen nachgehen, wonach es sich bei der Attacke in Bengasi nicht um einen spontanen Gewaltausbruch gehandelt haben soll, sondern um einen von langer Hand geplanten Anschlag am Jahrestag der Flugzeugattentate vom 11. September 2001.

syd/heb/dpa/AFP