Der Bush-Messer Chancen für Wiederwahl bei 80 Prozent

Heute beginnt die Schlacht um Amerika. In Iowa starten die Demokraten ihren Vorwahl-Marathon. George W. Bush kann sich derweil auf komfortablen Umfragewerten ausruhen. Wird er diesen Vorsprung ins Ziel retten? Ab sofort anlysiert SPIEGEL ONLINE Woche für Woche die Chancen des US-Präsidenten für seine Wiederwahl.

Washington - Im kleinen, ländlichen, weißen Iowa beginnen die Demokraten damit, den Mann auszuwählen, der es dann am 2. November mit George W. Bush aufnehmen soll. Wer kann ihn besiegen - Howard Dean, der Außenseiter aus Vermont, der General a.D. Wesley Clark (der in Iowa aussetzt) oder doch eher eingefuchste Insider wie John Kerry oder John Edwards?

Präsident Bush hat es gemütlich, solange die Demokraten sich den Luxus einer erschöpfenden Auslese leisten. Zwar ist der Schub an Popularität, ausgelöst durch die Gefangennahme Saddam Husseins, schon wieder dahingeschmolzen, aber eine stabile, satte Majorität gesteht ihm gute Werte in der Wahrung der nationalen Sicherheit zu. Dazu kommt, dass 53 Prozent aller Amerikaner den Krieg um Regimewechsel in Bagdad für prinzipiell gerechtfertigt halten - was den Bush-Verächtern einigen Wind aus den Segeln nehmen sollte.

Aus diesem Grund dürfte auch die Offenbarung des ehemaligen Finanzministers Paul O'Neill ohne sonderliche Nebenwirkung verpuffen: Er erzählt ja in einem neuen Buch davon, dass Maßnahmen gegen Saddam von Anfang an vorgesehen gewesen seien - lange vor dem 11. September 2001 und unabhängig vom Besitz an Massenvernichtungswaffen.

Amerika hält Bush ganz offensichtlich für einen aufrechten Kerl, der tut, was getan werden muss. Präsidenten wie er werden eigentlich nur abgewählt, wenn vieles schief läuft - wenn der Nachkrieg im Irak mit den täglichen Attentaten und dem Sterben amerikanischer Soldaten nicht etwa abebbt, sondern noch zunimmt oder al-Qaida gar eine neue Attentatsserie startet.

In Quoten gedacht: Wiederwahl mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit. SPIEGEL ONLINE wird von nun an jeden Montag die laufenden Ereignisse im Rennen um die Präsidentschaft analysieren und die Chancen des Amtsinhabers wie auch die seines Gegenspielers im "Bush-Messer" abschätzen. Im Rückblick wird sich dann die Chronik der laufenden Ereignisse am Bush-Messer ablesen lassen - in einem Wahljahr, in dem die Entscheidung der Wähler mehr von den Ereignissen als von den Personen abhängen wird.

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